Lektion 10: Existenz (יש / אין). Besitz (yesh le-). Fragewörter. Verneinung lo. Konnektoren
So arbeitest du mit dieser Lektion
- Lies — die Regel verstehen (5 Minuten, nicht mehr!)
- Lass das Paradigma yesh le- durchlaufen — zehn Formen (li, lekha, lakh, lo, la, lanu, lakhem, lakhen, lahem, lahen). Das ist dein Haupt-Pingpong dieser Lektion.
- Fragewörter — lerne als geschlossene Liste. Es sind nur sieben, eine Karteikartenseite. Sie zahlen sich bis L11 aus.
- Frage → Antwort-Matrix — antworte jedes Mal sowohl im Bejahen (yesh) als auch in der Verneinung (ein).
Hauptsache zu merken: Hebräisch teilt „es gibt/es gibt nicht" (Existenz) und „haben/nicht haben" (Besitz) durch ein und dasselbe Wortpaar — yesh / ein. Ein Verb „haben" gibt es im Hebräischen überhaupt nicht. „Es gibt mir…" — wörtlich: yesh li.
Teil 1: yesh und ein — existenzielles „es gibt" und „es gibt nicht"
Das Deutsche hat „es gibt" im Sinne „existiert, ist vorhanden": Hier gibt es einen Tisch. Auf dem Tisch liegt ein Buch. Im Hebräischen gibt es genau so ein Wort — יֵשׁ (yesh).
Und genau so ein Gegenstück dazu — אֵין (ein), „es gibt nicht, ist nicht vorhanden": Hier gibt es keinen Tisch. Auf dem Tisch liegt kein Buch.
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| יֵשׁ | yesh | es gibt, ist vorhanden, existiert |
| אֵין | ein | es gibt nicht, ist nicht vorhanden, existiert nicht |
Struktur fast 1:1 zum deutschen Umgangsregister. Ein seltener Glücksfall — der Existenzsatz im Hebräischen wird fast wie bei uns gebaut. Versuch nicht zu „verbessern" — schreib wie auf Deutsch, dann triffst du.
Unpersönliche Sätze mit yesh / ein
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| יֵשׁ סֵפֶר עַל הַשּׁוּלְחָן | yesh sefer al ha-shulchan | Auf dem Tisch liegt ein Buch |
| אֵין סֵפֶר עַל הַשּׁוּלְחָן | ein sefer al ha-shulchan | Auf dem Tisch liegt kein Buch |
| יֵשׁ אֹכֶל בַּמְקָרֵר | yesh okhel ba-mekarer | Im Kühlschrank ist Essen |
| אֵין אֹכֶל בַּמְקָרֵר | ein okhel ba-mekarer | Im Kühlschrank ist kein Essen |
| יֵשׁ זְמַן | yesh zman | Es ist Zeit (vorhanden) |
| אֵין זְמַן | ein zman | Es ist keine Zeit |
| יֵשׁ בְּעָיָה | yesh be'aya | Es gibt ein Problem |
| אֵין בְּעָיָה | ein be'aya | Kein Problem (klassisches „kein Problem!") |
Beachte: Es gibt keine Kopula — weder „ist" noch „ist nicht vorhanden" sind im Hebräischen Verben, das sind Partikeln. Deshalb werden sie nicht nach Person oder Zeit (im Präsens) konjugiert.
Falle: verwechsle yesh („es gibt" — Vorhandensein) nicht mit hu / hi / hem / hen („er ist = er ist da" — Kopula-Pronomen aus L5). Ha-sefer hu adom — „das Buch ist rot" (Kopula). Yesh sefer adom — „es gibt ein rotes Buch" (Vorhandensein).
Teil 2: Besitz über yesh le- — wörtlich „es gibt bei"
Hebräisch hat kein Verb „haben". Überhaupt. Gar nicht.
Um „ich habe ein Buch" zu sagen, sagt das Hebräische wörtlich: „es gibt mir ein Buch", yesh li sefer. Das ist eine Konstruktion yesh + le- (Präposition „zu, bei") mit pronominalem Suffix.
Strukturell — fast wie das deutsche umgangssprachliche „es gibt bei mir ein Buch". Nur sagt das Deutsche „bei mir", das Hebräische „mir" (Richtung). Das Prinzip „es gibt + jemandem + etwas" ist identisch.
Paradigma yesh li / yesh lekha — alle zehn Formen
Das ist die wichtigste Tabelle der Lektion. Zehn Formen. Lass sie durch den Mund laufen, bis sie wie ein einziges Wort klingt.
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Wem |
|---|---|---|---|
| יֵשׁ לִי | yesh li | Ich habe | ani (ich) |
| יֵשׁ לְךָ | yesh lekha | Du hast | ata (du, m.) |
| יֵשׁ לָךְ | yesh lakh | Du hast | at (du, f.) |
| יֵשׁ לוֹ | yesh lo | Er hat | hu |
| יֵשׁ לָהּ | yesh la | Sie hat | hi |
| יֵשׁ לָנוּ | yesh lanu | Wir haben | anachnu |
| יֵשׁ לָכֶם | yesh lakhem | Ihr habt | atem (ihr, m.) |
| יֵשׁ לָכֶן | yesh lakhen | Ihr habt | aten (ihr, f.) |
| יֵשׁ לָהֶם | yesh lahem | Sie haben | hem |
| יֵשׁ לָהֶן | yesh lahen | Sie haben | hen |
Achtung: „du hast" ist im Hebräischen verschieden für m. und f. — lekha (m.) vs. lakh (f.). „Er hat" / „sie hat" auch — lo (m., mit Cholam) vs. la (f., mit Kamatz und Mappiq-Punkt in ה). Das Genus klettert überall hinein, wie L4 schon warnte.
Falle für das deutsche Ohr: lo (לוֹ) = „er hat" (eigentlich „bei ihm"), aber lo (לֹא) = „nein, nicht". Sie werden mit verschiedenen Buchstaben geschrieben (Waw vs. Alef), klingen gleich. Unterscheide im Kontext: יֵשׁ לוֹ סֵפֶר yesh lo sefer („er hat ein Buch") vs. לֹא יוֹדֵעַ lo yodea („ich weiß nicht").
Verneinung des Besitzes — ein le-
„Ich habe nicht…" — ein li. Dasselbe Paradigma, nur wird yesh durch ein ersetzt.
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| אֵין לִי | ein li | Ich habe nicht |
| אֵין לְךָ | ein lekha | Du hast nicht (m.) |
| אֵין לָךְ | ein lakh | Du hast nicht (f.) |
| אֵין לוֹ | ein lo | Er hat nicht |
| אֵין לָהּ | ein la | Sie hat nicht |
| אֵין לָנוּ | ein lanu | Wir haben nicht |
| אֵין לָכֶם | ein lakhem | Ihr habt nicht (m.) |
| אֵין לָכֶן | ein lakhen | Ihr habt nicht (f.) |
| אֵין לָהֶם | ein lahem | Sie haben nicht |
| אֵין לָהֶן | ein lahen | Sie haben nicht |
Beispiele
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| יֵשׁ לִי סֵפֶר | yesh li sefer | Ich habe ein Buch |
| אֵין לִי זְמַן | ein li zman | Ich habe keine Zeit |
| יֵשׁ לְךָ שְׁאֵלָה? | yesh lekha she'ela? | Hast du eine Frage? (an m.) |
| יֵשׁ לָנוּ שִׁעוּר | yesh lanu shi'ur | Wir haben Unterricht |
| אֵין לָהּ כֶּסֶף | ein la kesef | Sie hat kein Geld |
| יֵשׁ לָהֶם יְלָדִים | yesh lahem yeladim | Sie haben Kinder |
| יֵשׁ לוֹ חָבֵר טוֹב | yesh lo chaver tov | Er hat einen guten Freund |
Hier gibt es keinen Kasus. Das Besitzobjekt (sefer, zman, kesef…) steht in derselben Form wie im Wörterbuch. Kein „Genitiv" / „Akkusativ" — Hebräisch ist nicht Deutsch, Substantivflexion im Sinne von Kasus gibt es nicht.
Artikel am Besitzobjekt — sinngemäß. יֵשׁ לִי סֵפֶר Yesh li sefer — „ich habe [irgendein] Buch". יֵשׁ לִי הַסֵּפֶר Yesh li ha-sefer — „ich habe dieses (bestimmte) Buch". In L11 lernst du, dass für ein bestimmtes direktes Objekt die Partikel אֵת (et) nötig ist, aber yesh li / ein li ist kein direktes Objekt, sondern existenziell. Et ist hier nicht nötig (dazu — eine eigene Fußnote in L11).
Teil 3: Fragewörter — geschlossene Liste von sieben
Gute Nachricht: Fragewörter gibt es im Hebräischen wenige, und sie sind eine geschlossene Liste. In einer Lektion zu lernen, und sie zahlen sich für 50 Lektionen aus.
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Wann |
|---|---|---|---|
| מִי | mi | wer | über Menschen |
| מָה | ma | was | über Dinge, Ereignisse |
| אֵיפֹה | eifo | wo | über Ort |
| מָתַי | matai | wann | über Zeit |
| לָמָּה | lama | warum, wozu | über Grund |
| אֵיךְ | eikh | wie | über Art, Zustand |
| כַּמָּה | kama | wie viel | über Menge |
Erweiterter Satz — zum Wiedererkennen
Diese vier musst du erkennen, aktiv lernen wir sie bei Begegnung:
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Notiz |
|---|---|---|---|
| מֵאַיִן / מֵאֵיפֹה | me-ayin / me-eifo | woher | gehoben vs. umgangssprachlich |
| לְאָן | le'an | wohin | Richtung |
| אֵיזֶה / אֵיזוֹ | eize (m.) / eizo (f.) | welcher / welche | + kongruiert mit Genus |
| הַאִם | ha-im | ob (Fragepartikel) | formell; in der Rede meist weggelassen |
Wie eine Frage gebaut wird
Hauptsache: Das Fragewort steht am Satzanfang, wie bei uns.
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| מִי זֶה? | mi ze? | Wer ist das? |
| מָה זֶה? | ma ze? | Was ist das? |
| אֵיפֹה הַסֵּפֶר? | eifo ha-sefer? | Wo ist das Buch? |
| מָתַי הַשִּׁעוּר? | matai ha-shi'ur? | Wann ist der Unterricht? |
| לָמָּה לֹא? | lama lo? | Warum nicht? |
| אֵיךְ קוֹרְאִים לְךָ? | eikh kor'im lekha? | Wie heißt du? (m.) |
| כַּמָּה זֶה עוֹלֶה? | kama ze ole? | Wie viel kostet das? |
| כַּמָּה סְפָרִים יֵשׁ לְךָ? | kama sfarim yesh lekha? | Wie viele Bücher hast du? |
Allgemeine Frage ohne Wort — nur Intonation
Wenn die Frage keine W-Frage ist, sondern „ja/nein", verwendet das Hebräische kein Hilfsverb (wie do/does im Englischen). Du hebst die Intonation am Ende:
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| יֵשׁ לְךָ סֵפֶר? | yesh lekha sefer? | Hast du ein Buch? |
| אַתָּה תַּלְמִיד? | ata talmid? | Bist du Schüler? |
| הִיא מוֹרָה? | hi mora? | Ist sie Lehrerin? |
Genau wie auf Deutsch: „Hast du ein Buch?" — Struktur und Wortstellung sind identisch (das deutsche Hilfsverb dabei ist auch leicht).
Formelles ha-im: In Nachrichten und förmlicher Rede kann הַאִם (ha-im) stehen — „ob": הַאִם יֵשׁ לְךָ סֵפֶר? Ha-im yesh lekha sefer? Im Gespräch praktisch nicht anzutreffen.
Teil 4: Verneinung — universelles לֹא (lo)
Hebräisch verneint sehr einfach: setzt לֹא (lo) vor das, was verneint wird. Das funktioniert fast immer.
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Was verneint wird |
|---|---|---|---|
| לֹא | lo | nein (als Antwort) | — |
| אֲנִי לֹא תַּלְמִיד | ani lo talmid | Ich bin kein Schüler | Substantiv-Prädikat |
| הִיא לֹא יוֹדַעַת | hi lo yoda'at | Sie weiß nicht | Verb |
| זֶה לֹא טוֹב | ze lo tov | Das ist nicht gut | Adjektiv |
| הוּא לֹא כָּאן | hu lo kan | Er ist nicht hier | Ortsadverb |
| אֲנִי לֹא רוֹצֶה | ani lo rotse | Ich will nicht | Verb |
Einfache Regel: lo wird vor das verneinte Wort gestellt (Verb, Adjektiv, Prädikatsnomen). Wie das deutsche „nicht / kein".
Beachte: lo ist sowohl „nein" als Antwort als auch „nicht" als Negationspartikel. Dasselbe wie im Deutschen-Englischen (— Bist du Schüler? — Nein. / Ich bin kein Schüler.). Im Hebräischen sogar ein Wort — lo für beide Fälle.
Sonderfall: ein als Präsensverneinung
Im gehobenen (und manchmal umgangssprachlichen) Hebräisch gibt es eine zweite Verneinung — ein vor dem Präsenspartizip:
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Register |
|---|---|---|---|
| אֲנִי לֹא יוֹדֵעַ | ani lo yodea | Ich weiß nicht | umgangssprachlich, normal |
| אֵינֶנִּי יוֹדֵעַ | eineni yodea | Ich weiß nicht | gehoben |
Vorerst nutze lo. Alle 50 Lektionen bauen wir auf der Umgangsnorm; eineni / einkha / eino ist die gehobene Form, die ihr in Texten begegnen, aber in der Rede kaum verwenden werdet.
lo vs. ein li: lo — verneint Handlung oder Merkmal. ein li — verneint Besitz. Vermisch das nicht: „Ich habe nicht" = אֵין לִי ein li, nicht „lo yesh li" (so sagt man nicht).
Teil 5: Konnektoren — ve- (und), aval (aber), o (oder), ki (weil)
Um Sätze und Wörter zu verbinden, reichen dir vier Konnektoren.
| Hebräisch | Translit | Deutsch | Notiz |
|---|---|---|---|
| וְ- | ve- (vu-, va-, u-) | und | Präfix, wird direkt mit dem Folgewort verbunden |
| אֲבָל | aval | aber, jedoch | eigenständiges Wort |
| אוֹ | o | oder | eigenständiges Wort |
| כִּי | ki | weil, denn | führt einen Grund ein |
ve- — ein Präfix, kein eigenständiges Wort
Der häufigste Trick: „und" ist im Hebräischen ein Buchstabe ו, an das nächste Wort geklebt. Die Aussprache ändert sich je nach folgendem Buchstaben:
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| תַּלְמִיד וּמוֹרָה | talmid u-mora | Schüler und Lehrerin |
| סֵפֶר וְדַף | sefer ve-daf | Buch und Blatt |
| יֵשׁ לִי סֵפֶר וְעֵט | yesh li sefer ve-et | Ich habe ein Buch und einen Stift |
Aussprache-Feinheit: vor Labialen (ב, מ, פ) und vor Schwa — meist „u-" (oder „v-"). Vor allem anderen — „ve-". Ausführlich — in L11–L15. Vorerst schreib ve- und du irrst dich nicht im Sinn.
aval — „aber"
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| יֵשׁ לִי סֵפֶר, אֲבָל אֵין לִי זְמַן | yesh li sefer, aval ein li zman | Ich habe ein Buch, aber ich habe keine Zeit |
| הוּא תַּלְמִיד, אֲבָל הִיא מוֹרָה | hu talmid, aval hi mora | Er ist Schüler, aber sie ist Lehrerin |
o — „oder"
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| תֵּה אוֹ קָפֶה? | te o kafe? | Tee oder Kaffee? |
| הוּא אוֹ הִיא? | hu o hi? | Er oder sie? |
ki — „weil"
| Hebräisch | Translit | Deutsch |
|---|---|---|
| אֲנִי לֹא בָּא, כִּי אֵין לִי זְמַן | ani lo ba, ki ein li zman | Ich komme nicht, weil ich keine Zeit habe |
| הוּא שָׂמֵחַ, כִּי יֵשׁ לוֹ חָבֵר | hu sameach, ki yesh lo chaver | Er ist froh, weil er einen Freund hat |
ki vs. lama: lama ist die Frage „warum?". ki ist die Antwort „weil". Nicht verwechseln: לָמָּה יֵשׁ לִי סֵפֶר? lama yesh li sefer? — „Warum habe ich ein Buch?"; כִּי אַתָּה נָתַתָּ לִי ki ata natata li — „Weil du es mir gegeben hast". In L31 nehmen wir ki als „dass" (Explikativkonjunktion) durch — aber das ist später.
Teil 6: Wir setzen alles zusammen — Existenz-Dialoge
Jetzt hast du alles für ein normales Alltagsgespräch. Verbinden wir.
Mini-Dialog: Bekanntschaft im Café
— שָׁלוֹם! מָה שְׁלוֹמְךָ? — טוֹב, תּוֹדָה. וְאַתְּ? — גַּם כֵּן טוֹב. יֵשׁ לָךְ זְמַן לְקָפֶה? — כֵּן, יֵשׁ לִי זְמַן. אֲבָל אֵין לִי כֶּסֶף הַיּוֹם. — אֵין בְּעָיָה, אֲנִי מַזְמִין. תֵּה אוֹ קָפֶה? — קָפֶה, בְּבַקָּשָׁה. תּוֹדָה רַבָּה!
Translit:
— Shalom! Ma shlomkha? — Tov, toda. Ve-at? — Gam ken tov. Yesh lakh zman le-kafe? — Ken, yesh li zman. Aval ein li kesef ha-yom. — Ein be'aya, ani mazmin. Te o kafe? — Kafe, bevakasha. Toda raba!
Übersetzung:
— Hallo! Wie geht's dir (an m.)? — Gut, danke. Und dir (an f.)? — Auch gut. Hast du Zeit für einen Kaffee? — Ja, ich habe Zeit. Aber ich habe heute kein Geld. — Kein Problem, ich lade ein. Tee oder Kaffee? — Kaffee, bitte. Vielen Dank!
Beachte: shlomkha (an m.) → at (an f., du-f.) → lakh (du hast-f.) — das Genus des Gegenübers wechselt im Verlauf des Dialogs. Das ist natürlich fürs Hebräische; du musst dich ebenfalls daran gewöhnen umzuschalten.
Wortschatz dieser Lektion
- יֵשׁes gibt, ist vorhanden
- אֵיןes gibt nicht, ist nicht vorhanden
- לֹאnein; nicht
- כֵּןja
- וְ-und (Präfix)
- אֲבָלaber
- אוֹoder
- כִּיweil
- גַּםauch, ebenfalls
- גַּם כֵּןauch ja, ebenfalls
- סֵפֶר / סְפָרִיםBuch / Bücher
- עֵטStift
- זְמַןZeit
- כֶּסֶףGeld
- שְׁאֵלָהFrage
- תְּשׁוּבָהAntwort
- בְּעָיָהProblem
- יֶלֶד / יְלָדִיםKind / Kinder
- חָבֵר / חֲבֵרָהFreund / Freundin
- בַּיִתHaus
- כֶּלֶבHund
- חָתוּלKatze (Kater)
- אֹכֶלEssen
- שִׁעוּרUnterricht
- הַיּוֹםheute
- מָחָרmorgen
- כָּאן / פֹּהhier
| Französisch | Übersetzung | |
|---|---|---|
יֵשׁ | es gibt, ist vorhanden | |
אֵין | es gibt nicht, ist nicht vorhanden | |
לֹא | nein; nicht | |
כֵּן | ja | |
וְ- | und (Präfix) | |
אֲבָל | aber | |
אוֹ | oder | |
כִּי | weil | |
גַּם | auch, ebenfalls | |
גַּם כֵּן | auch ja, ebenfalls | |
סֵפֶר / סְפָרִים | Buch / Bücher | |
עֵט | Stift | |
זְמַן | Zeit | |
כֶּסֶף | Geld | |
שְׁאֵלָה | Frage | |
תְּשׁוּבָה | Antwort | |
בְּעָיָה | Problem | |
יֶלֶד / יְלָדִים | Kind / Kinder | |
חָבֵר / חֲבֵרָה | Freund / Freundin | |
בַּיִת | Haus | |
כֶּלֶב | Hund | |
חָתוּל | Katze (Kater) | |
אֹכֶל | Essen | |
שִׁעוּר | Unterricht | |
הַיּוֹם | heute | |
מָחָר | morgen | |
כָּאן / פֹּה | hier |
Vollständiges Wörterbuch
4,382 Einträge
Aufgabe lesen, Antwort auf Hebräisch eintippen und auf Prüfen klicken. Jede Antwort wird zuerst lokal geprüft; in kniffligen Fällen gibt Claude einen Hinweis. Der Fortschritt wird automatisch gespeichert.
🔊 ÜbungenÖffnet die Übungsantworten in der externen App — mit Audio und Wort-für-Wort-Analyse.Übung 1. Durchlauf des Paradigmas yesh le-
Sprich zehnmal laut aus, beschleunigend:
yesh li — yesh lekha — yesh lakh — yesh lo — yesh la — yesh lanu — yesh lakhem — yesh lakhen — yesh lahem — yesh lahen
Und gleich — das negative Paradigma:
ein li — ein lekha — ein lakh — ein lo — ein la — ein lanu — ein lakhem — ein lakhen — ein lahem — ein lahen
Ziel: 10 Formen in 8 Sekunden, ohne Stocken. Das muss zum Reflex werden.
Offene Übung — keine automatische Prüfung. Sag die Antworten laut und mach weiter.
Übung 2. Übersetze aus dem Deutschen ins Hebräische (yesh / ein)
Übung 3. Fragewörter — setze das richtige ein
Setz das passende Fragewort ein (mi, ma, eifo, matai, lama, eikh, kama):
Übung 4. Verneinung über lo
Übersetze ins Hebräische:
Übung 5. Verbinde Sätze — ve-, aval, o, ki
Verbinde mit dem passenden Konnektor:
Übung 6. Frage-Antwort-Matrix
Lass diesen Dialog dreimal laut durchlaufen, dann — aus dem Gedächtnis. Zuerst aus der Rolle A, dann aus B.
A: שָׁלוֹם! מָה שִׁמְךָ? B: שָׁלוֹם, קוֹרְאִים לִי דָּן. וְלָךְ? A: קוֹרְאִים לִי רוּת. נָעִים מְאוֹד. B: גַּם כֵּן. אֵיפֹה אַתְּ גָּרָה? A: אֲנִי גָּרָה בְּתֵל אָבִיב. וְאַתָּה? B: אֲנִי גָּר בִּירוּשָׁלַיִם. יֵשׁ לָךְ זְמַן הַיּוֹם? A: לֹא, הַיּוֹם אֵין לִי זְמַן, כִּי יֵשׁ לִי שִׁעוּר. אֲבָל מָחָר יֵשׁ לִי זְמַן. B: מְצֻיָּן! עַד מָחָר.
Translit zur Kontrolle:
A: Shalom! Ma shimkha? B: Shalom, kor'im li Dan. U-lakh? A: Kor'im li Rut. Na'im me'od. B: Gam ken. Eifo at gara? A: Ani gara be-Tel Aviv. Ve-ata? B: Ani gar bi-Yerushalayim. Yesh lakh zman ha-yom? A: Lo, ha-yom ein li zman, ki yesh li shi'ur. Aval machar yesh li zman. B: Metsuyan! Ad machar.
Übersetzung:
A: Hallo! Wie heißt du (an m.)? B: Hallo, ich heiße Dan. Und du (an f.)? A: Ich heiße Rut. Sehr angenehm. B: Ebenfalls. Wo wohnst du (an f.)? A: Ich wohne in Tel Aviv. Und du (an m.)? B: Ich wohne in Jerusalem. Hast du heute Zeit? A: Nein, heute habe ich keine Zeit, weil ich Unterricht habe. Aber morgen habe ich Zeit. B: Ausgezeichnet! Bis morgen.
Verfolg alle vier Konnektoren im Dialog: u- (= ve-) in u-lakh, aval in aval machar, ki in ki yesh li shi'ur. Und der ganze Satz yesh li / ein li / yesh lakh — in einem lebendigen Gespräch.
Offene Übung — keine automatische Prüfung. Sag die Antworten laut und mach weiter.
Mehr Übung gewünscht? Claude erstellt aus Wortschatz und Thema dieser Lektion eine frische Übung mit 10 Aufgaben.
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Hörtexte
Drei Textvarianten pro Lektion. In glottos.com öffnen für synchrone Audiowiedergabe.
Text AText 10a zu Lektion 10: Existenz und Vorhandensein (יש / אין)🔊 Audio-Praxis ↗
- יֵשׁ סֵפֶר עַל הַשּׁוּלְחָן.
- אֵין סֵפֶר עַל הַשּׁוּלְחָן.
- יֵשׁ אֹכֶל בַּמְקָרֵר.
- אֵין אֹכֶל בַּמְקָרֵר.
- יֵשׁ זְמַן.
- אֵין זְמַן.
- יֵשׁ בְּעָיָה.
- אֵין בְּעָיָה!
- יֵשׁ יְלָדִים בַּבַּיִת.
- אֵין יְלָדִים בַּגַּן.
- יֵשׁ כֶּלֶב בַּחֶדֶר.
- אֵין חָתוּל בַּחֶדֶר.
- יֵשׁ קָפֶה?
- כֵּן, יֵשׁ קָפֶה.
- יֵשׁ תֵּה?
- לֹא, אֵין תֵּה.
- יֵשׁ עֵט עַל הַשּׁוּלְחָן.
- אֵין דַּף עַל הַשּׁוּלְחָן.
- יֵשׁ שִׁעוּר הַיּוֹם.
- אֵין שִׁעוּר מָחָר.
- יֵשׁ אֲנָשִׁים בַּקָּפֶה.
- אֵין אֲנָשִׁים בַּגַּן.
- יֵשׁ סְפָרִים בַּחֶדֶר.
- אֵין כֶּסֶף בַּקֻּפָּה.
- יֵשׁ שְׁאֵלָה?
- כֵּן, יֵשׁ לִי שְׁאֵלָה.
- יֵשׁ תְּשׁוּבָה?
- לֹא, אֵין תְּשׁוּבָה.
- הַיּוֹם יֵשׁ אֹכֶל טוֹב.
- מָחָר אֵין שִׁעוּר, אֲבָל יֵשׁ עֲבוֹדָה.
Text BText 10b zu Lektion 10: Besitz (יש לִי / יֵשׁ לְךָ / יֵשׁ לוֹ…)🔊 Audio-Praxis ↗
- יֵשׁ לִי סֵפֶר.
- יֵשׁ לִי גַּם עֵט.
- אֵין לִי זְמַן הַיּוֹם.
- יֵשׁ לְךָ שְׁאֵלָה?
- כֵּן, יֵשׁ לִי שְׁאֵלָה.
- יֵשׁ לָךְ חָבֵר?
- לֹא, אֵין לִי חָבֵר.
- יֵשׁ לוֹ בַּיִת יָפֶה.
- אֵין לוֹ כֶּסֶף.
- יֵשׁ לָהּ כֶּלֶב טוֹב.
- אֵין לָהּ חָתוּל.
- יֵשׁ לָנוּ שִׁעוּר מָחָר.
- אֵין לָנוּ עֲבוֹדָה הַיּוֹם.
- יֵשׁ לָכֶם יְלָדִים?
- כֵּן, יֵשׁ לָנוּ שְׁנֵי יְלָדִים.
- אֵין לָכֶן שְׁאֵלוֹת?
- לֹא, אֵין לָנוּ שְׁאֵלוֹת.
- יֵשׁ לָהֶם בַּיִת גָּדוֹל.
- אֵין לָהֶם זְמַן.
- יֵשׁ לָהֶן חֲבֵרוֹת טוֹבוֹת.
- יֵשׁ לִי סֵפֶר חָדָשׁ.
- יֵשׁ לְךָ עֵט?
- כֵּן, יֵשׁ לִי עֵט. בְּבַקָּשָׁה.
- תּוֹדָה רַבָּה!
- אֵין לִי בְּעָיָה, יֵשׁ לִי זְמַן.
- יֵשׁ לוֹ חָבֵר טוֹב, אֲבָל אֵין לוֹ חֲבֵרָה.
- יֵשׁ לָהּ אֹכֶל, אֲבָל אֵין לָהּ קָפֶה.
- יֵשׁ לָנוּ סֵפֶר וְעֵט וְדַף.
- אֵין לָהֶם כֶּסֶף הַיּוֹם, אֲבָל יֵשׁ לָהֶם עֲבוֹדָה.
- יֵשׁ לִי הַכֹּל, תּוֹדָה לָאֵל.
Text CText 10c zu Lektion 10: Fragen und Antworten — Dialog🔊 Audio-Praxis ↗
- שָׁלוֹם! מָה שְׁלוֹמְךָ?
- טוֹב, תּוֹדָה. וְאַתְּ?
- גַּם כֵּן טוֹב.
- אֵיךְ קוֹרְאִים לָךְ?
- קוֹרְאִים לִי דָּנָה. וּלְךָ?
- קוֹרְאִים לִי יוֹסִי.
- מֵאֵיפֹה אַתָּה?
- אֲנִי מִתֵּל אָבִיב. וְאַתְּ?
- אֲנִי מִיְּרוּשָׁלַיִם.
- מָה זֶה?
- זֶה סֵפֶר חָדָשׁ.
- מִי זֶה?
- זֶה הֶחָבֵר שֶׁלִּי.
- אֵיפֹה הַסֵּפֶר?
- הַסֵּפֶר עַל הַשּׁוּלְחָן.
- מָתַי הַשִּׁעוּר?
- הַשִּׁעוּר מָחָר בַּבֹּקֶר.
- לָמָּה אַתָּה לֹא בָּא?
- כִּי אֵין לִי זְמַן הַיּוֹם.
- כַּמָּה סְפָרִים יֵשׁ לְךָ?
- יֵשׁ לִי חֲמִשָּׁה סְפָרִים.
- לְאָן אַתְּ הוֹלֶכֶת?
- אֲנִי הוֹלֶכֶת לַקָּפֶה.
- אֵיזֶה קָפֶה אַתָּה רוֹצֶה?
- אֲנִי רוֹצֶה קָפֶה שָׁחֹר, בְּבַקָּשָׁה.
- תֵּה אוֹ קָפֶה?
- קָפֶה, תּוֹדָה. אֲבָל בְּלִי סֻכָּר.
- יֵשׁ לָךְ זְמַן מָחָר?
- לֹא, מָחָר אֵין לִי זְמַן, כִּי יֵשׁ לִי עֲבוֹדָה.
- אֵין בְּעָיָה. לְהִתְרָאוֹת!
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EXISTENZ (existenzielles „es gibt/es gibt nicht"):
יֵשׁ yesh es gibt, ist vorhanden
אֵין ein es gibt nicht, ist nicht vorhanden
→ wie deutsches umgangssprachliches „es gibt einen Tisch" / „es gibt keinen Tisch"
BESITZ (Verb „haben" gibt es im Hebräischen NICHT!):
yesh / ein + le- + (wem) + was
yesh li ich habe ein li ich habe nicht
yesh lekha du (m.) hast ein lekha du (m.) hast nicht
yesh lakh du (f.) hast ein lakh du (f.) hast nicht
yesh lo er hat ein lo er hat nicht
yesh la sie hat ein la sie hat nicht
yesh lanu wir haben ein lanu wir haben nicht
yesh lakhem ihr (m.) habt ein lakhem ihr (m.) habt nicht
yesh lakhen ihr (f.) habt ein lakhen ihr (f.) habt nicht
yesh lahem sie (m.) haben ein lahem sie (m.) haben nicht
yesh lahen sie (f.) haben ein lahen sie (f.) haben nicht
Beispiel: yesh li sefer = „es gibt mir ein Buch" (wörtlich wie im Umgangsdeutschen!)
FRAGEWÖRTER (geschlossene Liste — komplett lernen):
מִי mi wer
מָה ma was
אֵיפֹה eifo wo
מָתַי matai wann
לָמָּה lama warum
אֵיךְ eikh wie
כַּמָּה kama wie viel
+ me-eifo / le'an / eize-eizo / ha-im — erkennen
VERNEINUNG:
לֹא lo „nicht/nein" — universell (steht VOR dem Verneinten)
ani lo talmid ich bin kein Schüler
hi lo yoda'at sie weiß nicht
ze lo tov das ist nicht gut
hu lo kan er ist nicht hier
ein li / ein lekha… — Verneinung des BESITZES (nicht lo!)
Sag NICHT „lo yesh li" — das ist eine Lehnübersetzung, auf Hebräisch ein li.
Falle: lo (לוֹ) „er hat" vs. lo (לֹא) „nicht".
Verschiedene Buchstaben (Waw vs. Alef), ein Laut. Unterscheide im Kontext.
KONNEKTOREN:
וְ- ve- „und" (Präfix, direkt mit dem Folgewort)
vor Labialen und Schwa — u-: talmid u-mora
אֲבָל aval „aber" yesh li sefer, aval ein li zman
אוֹ o „oder" te o kafe?
כִּי ki „weil" (Antwort auf lama)
lama lo? — ki ein li zman.
ALLGEMEINE FRAGE — nur Intonation (ohne do/does, ohne ha-im in der Rede):
yesh lekha sefer? hast du ein Buch?
ata talmid? bist du Schüler?
hi mora? ist sie Lehrerin?
KERN-INTUITION:
Hebräisch teilt „es gibt/es gibt nicht" (Existenz) und „haben/nicht haben" (Besitz)
durch EIN Wortpaar — yesh / ein.
Ein Verb „haben" gibt es im Hebräischen überhaupt nicht.
„Ich habe X" = „es gibt mir X" (yesh li X).
Nächste Lektion: Lektion 11 — Direktes Objekt und Partikel את (et). Du erfährst, warum vor einem bestimmten direkten Objekt das Hebräische zwingend das Hilfswort et setzen muss — genau jenes, das „ich sehe ein Buch" von „ich sehe das Buch" unterscheidet. Und warum in yesh li ha-sefer (entgegen der Logik) et nicht gesetzt wird — weil Besitz kein direktes Objekt ist. Das ist die erste Regel, die das Unterscheiden bestimmt/unbestimmt in der Syntax verlangt.