Lektion 9: There is / there are; Quantifikatoren

Wie du mit dieser Lektion arbeitest

  1. Lies die Regel (5 Minuten)
  2. Sprich laut — jedes there is und there are. In der gesprochenen Sprache zusammenziehen: there's.
  3. Beschreib dein Zimmer laut. Der beste Trainer für dieses Thema.

Heute lernst du, „es gibt" und „es gibt nicht" zu sagen — zu beschreiben, was sich in einem Zimmer, Haus, in einer Stadt befindet. Und vor allem — wie viel: „viel", „wenig", „etwas", „nichts". Diese Wörter sind im Englischen nach Substantivtyp aufgeteilt (denk an L8: zählbar / unzählbar).


Teil 1: there is und there are — die Hauptidee

Wenn wir sagen wollen, „irgendwo existiert / befindet sich" — setzt Englisch die Formel there is (für eines) oder there are (für mehrere). Wörtlich: „dort ist". Das deutsche Äquivalent ist „es gibt" — ein direkter Treffer.

Vergleiche:

DeutschEnglisch
Im Zimmer ist (gibt) ein Tisch.There is a table in the room.
Im Zimmer sind (gibt es) zwei Tische.There are two tables in the room.
Im Garten gibt es Wasser.There is water in the garden.

Die Übersetzung ist fast eins zu eins mit „es gibt". Anders als „es gibt" akkordet englisch aber mit Singular oder Plural des Folgenden — Deutsch bleibt stur Singular („es gibt zwei Tische"), Englisch wechselt zu there are.

Hauptregel: there is — für einen zählbaren Gegenstand oder jedes Unzählbare. there are — für mehrere Zählbare.

Was wir beschreibenFormel
Ein ZählbaresThere is a book on the table.
Mehrere ZählbareThere are books on the table.
Unzählbares (immer!)There is water in the glass.

Kurzformen

In der Rede und im informellen Schreiben fast immer:

  • there's = there is
  • there're = there are (gesprochen „ðeə(r)", in Schrift seltener gekürzt)

Falle: Verwechsle there is nicht mit it is. It is a book — „das ist ein Buch" (Identifizierung). There is a book — „es gibt ein Buch / da ist ein Buch" (Existenz). Im Deutschen ist die Trennung ähnlich klar („es ist" vs „es gibt").


Teil 2: Frage und Verneinung mit there is/are

In Lektion 6 hast du gelernt, dass Fragen meist mit do/does gebildet werden. Aber hier nicht! Mit there is/are funktioniert dieselbe Logik wie mit to be (L3) — das Verb springt selbst nach vorn.

Frage

Is/Are there + (Quantifikator) + Substantiv + ...?

  • Is there a book on the table? — Liegt ein Buch auf dem Tisch?
  • Are there any chairs in the room? — Sind Stühle im Zimmer?
  • Is there water in the bottle? — Ist Wasser in der Flasche?

Kurzantwort

  • Yes, there is. / No, there isn't.
  • Yes, there are. / No, there aren't.

Verneinung

There is no / There are no + Substantiv — „es gibt kein/keine" oder There isn't / aren't any — dasselbe, umgangssprachlicher

  • There is no time. = There isn't any time. — Es gibt keine Zeit.
  • There are no books on the table. = There aren't any books on the table. — Es gibt keine Bücher auf dem Tisch.

Teil 3: Quantifikatoren — Mengenwörter

Das sind die Wörter, die „wie viel?" beantworten — aber unterschiedlich für Zählbares und Unzählbares.

Übersichtstabellen

Wie vielMit Zählbarem (Pl.)Mit Unzählbarem
vielmany apples / a lot of applesmuch water / a lot of water
etwas (positiv)a few applesa little water
wenig / kaumfew apples (ohne a)little water (ohne a)
ein paar / etwassome applessome water
(irgendwelche?)any apples (in Frage/Verneinung)any water (in Frage/Verneinung)
keineno applesno water

Hauptfehler von Deutschsprachigen

Falle Nr. 1: much — nur mit Unzählbarem (much water, much money). Mit Zählbarem — many (many apples, many people). Die deutsche Aufteilung „viel Wasser" vs „viele Bücher" ist dieselbe — du musst nur die englischen Wörter nicht verwechseln. NICHT much apples.

Falle Nr. 2: Das Paar some/any hat keine saubere deutsche Entsprechung. Deutsch hilft sich mit „etwas" oder gar keinem Wort: „Ich habe Freunde" → I have some friends. Englisch verlangt das Mengenwort. Das ist neu für dich — gewöhn es dir an.

Falle Nr. 3: a few (mit „a") = „ein paar, genug" (positiv). few (ohne „a") = „wenig, kaum" (negativ). Dasselbe gilt für a little vs little. Deutsch trennt das mit „ein paar / wenig" oder „ein bisschen / wenig" — die Bedeutung kennst du, nur die Form ist subtil.

Tipp: a lot of = „viel/viele" — funktioniert mit beidem. Das ist die sicherste Variante. Im Zweifel — sag a lot of.


Teil 4: some vs any — das Schlüsselpaar

Ein sehr wichtiges Paar. Merk dir die einfache Regel:

someany
AussageI have some friends.
VerneinungI don't have any friends.
Fragein Bitten/Angebotenin normalen Fragen

Beispiele:

  • Aussage (es gibt): There are some apples on the table.
  • Verneinung (es gibt nicht): There aren't any apples on the table.
  • Normale Frage: Are there any apples?
  • Bitte / Angebot: Would you like some tea? (Du bietest an — also willst du, dass „ja" gesagt wird → some)

Tipp: In einer Frage, in der du „ja" erwartest (Angebot, Bitte), — some. In einer Frage, in der du die Antwort nicht kennst („gibt es?"), — any.

Deutsch-Tipp: Wenn du auf Deutsch „etwas" oder „welche/welcher" benutzen könntest, dann ist es im Englischen some (Aussage) oder any (Frage/Verneinung). Wenn du gar nichts sagst („Ich habe Freunde"), brauchst du im Englischen oft trotzdem some.


Teil 5: How much vs How many

Erinnere dich an L6 — die zwei „wie viel":

  • How much + Unzählbares: How much water do you drink?
  • How many + Zählbares (Pl.): How many books do you have?

Das ist die direkte Folge aus L8. How much = „wie viel Masse". How many = „wie viele Stücke". Genau wie Deutsch „wie viel Wasser" / „wie viele Bücher".


Nächster Schritt: Lektion 10 — Adjektive. Und die gute Nachricht: sie ändern sich nie. Nach dem Deutschen mit roten/roter/rotes — ist das ein Geschenk.

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