Lektion 3: Das Verb to be — am, is, are

Wie du mit dieser Lektion arbeitest

  1. Lies die Regel — am/is/are. Gute Nachricht vorweg: Deutsche haben hier einen Heimvorteil, denn das Deutsche kennt die Kopula sein und lässt sie genauso wenig weg wie das Englische. „Ich bin Lehrer" — niemals „Ich Lehrer". Du musst hier nichts Neues lernen außer den drei Formen am/is/are.
  2. Sprich laut alle Formen — sowohl die vollen (I am) als auch die Kurzformen (I'm). In der gesprochenen Sprache zieht Englisch immer zusammen.
  3. Trainier die Matrix — kurze Dialoge „who? what? where? how?", die auf to be aufbauen.

Das ist das häufigste Verb des Englischen. Mit ihm wirst du dein Leben lang arbeiten. Und es ist das erste „Hilfsverb" — es baut auch das Present Continuous (L11), das Passiv (L34) und vieles mehr.


Teil 1: Heimvorteil — to be lässt sich (wie deutsches sein) nicht weglassen

Im Englischen hat jeder Satz zwingend ein Verb. Im Deutschen genauso: „Ich bin Lehrer", nicht „Ich Lehrer". Die Kopula ist Pflicht. Anders als zum Beispiel im Russischen, wo „Ich Lehrer" („Я учитель") ohne Kopula steht.

DeutschEnglisch (richtig)Englisch (FALSCH!)
Ich bin Lehrer.I am a teacher.✗ I a teacher.
Anna ist jung.Anna is young.✗ Anna young.
Das Haus ist groß.The house is big.✗ The house big.
Wir sind zu Hause.We are at home.✗ We at home.

Hauptsache: für dich ist das leicht. Das Deutsche fordert dieselbe Konstruktion wie das Englische — Subjekt + Form von sein + Rest. Du musst nur die englischen Formen lernen.

Achtung — ein Unterschied zum Deutschen: Im Englischen brauchst du bei Berufen einen unbestimmten Artikel: I am a teacher, nicht „I am teacher". Im Deutschen sagen wir „Ich bin Lehrer" — Beruf ohne Artikel. Diesen kleinen Schritt musst du dir trainieren.


Teil 2: Drei Formen — am, is, are

To be ist das einzige Verb im Englischen, das im Präsens drei verschiedene Formen hat.

PersonPronomenForm von to beLautschrift (etwa)
1. P. Sg.Iamämm
2. P. Sg./Pl.youareaa
3. P. Sg. (m.)heisis
3. P. Sg. (f.)sheisis
3. P. Sg. (Sache)itisis
1. P. Pl.weareaa
2. P. Pl.youareaa
3. P. Pl.theyareaa

Logik: am — nur mit I. is — nur mit he, she, it (und jedem Substantiv im Singular: „Tom is...", „the cat is..."). are — mit allen anderen (you, we, they und jedem Substantiv im Plural).

Vergleich mit Deutsch: Das Deutsche kennt ich bin / du bist / er ist / wir sind / ihr seid / sie sind — sechs Formen. Englisch reduziert das auf drei. Und besonders schön: you deckt sowohl „du" als auch „Sie" und „ihr" ab — keine Förmlichkeitsentscheidung mehr.

Interessant: you ist im Englischen ein Wort für „du", „Sie" (höflich) und „ihr". Eine Vereinfachung, die du zu schätzen lernen wirst.


Teil 3: Kurzformen — wie man im wirklichen Leben spricht

In der gesprochenen Sprache wird to be fast immer zusammengezogen. Im informellen Text ebenfalls. Im Geschäftsbrief — volle Formen.

Volle FormKurzformAussprache (etwa)
I amI'maim
You areYou'rejoo (BrE) / juur (AmE)
He isHe'shiis
She isShe'sschiis
It isIt'sitts
We areWe'rewii (BrE) / wiir (AmE)
They areThey'redhäa (BrE) / dhäar (AmE)

Bei Namen und Substantiven: Anna is klingt oft wie Anna's. Tom isTom's. The dog isThe dog's. Diese Kurzform ist klanglich identisch mit dem Possessiv-'s (L4) — wir unterscheiden über den Kontext.


Teil 4: Verneinung — füg not hinzu

Um „nicht" zu sagen, setzen wir not hinter to be.

Volle FormKurzformen
I am notI'm not (nur eine Variante)
You are notYou're not / You aren't
He is notHe's not / He isn't
She is notShe's not / She isn't
It is notIt's not / It isn't
We are notWe're not / We aren't
They are notThey're not / They aren't

Zwei Kurzformvarianten für „nicht sein": entweder das Pronomen zusammenziehen (he's not) oder not mit dem Verb verschmelzen (he isn't). Beide sind normal. Nur für „I am not" gibt es keine „I amn't"-Form — eine Ausnahme.


Teil 5: Frage — vertausch die Reihenfolge

Um eine Frage mit to be zu bilden, vertausch Pronomen und Verb.

AussageFrage
You are a student.Are you a student?
He is at home.Is he at home?
They are tired.Are they tired?
It is good.Is it good?
I am late.Am I late?

Heimvorteil: Das funktioniert wie im Deutschen mit der V1-Stellung in Fragen: „Bist du müde?" — Verb vorne, Subjekt danach. Englisch macht es genauso, aber nur mit to be (und Modalverben). Bei normalen Vollverben braucht Englisch ein Hilfsverb do/does (L6) — das ist der eigentliche Stolperstein, den wir später angehen.

Kurzantworten

Auf eine Frage mit to be ist die kurze Antwort mit demselben Verb typisch:

FrageJaNein
Are you a student?Yes, I am.No, I'm not.
Is he tired?Yes, he is.No, he isn't.
Are they at home?Yes, they are.No, they aren't.

Kein „Yes" allein — das ist trocken. Normal: „Yes, I am." Aber nicht „Yes, I'm." — in der positiven Kurzantwort darfst du nicht zusammenziehen. Nur in der verneinten: „No, I'm not."


Teil 6: Was wir mit to be ausdrücken

To be ist „sein", „sich befinden". Vier Hauptfunktionen:

1. Identifikation — wer/was es ist

  • I am Tom. — Ich bin Tom.
  • She is my sister. — Sie ist meine Schwester.
  • This is a book. — Das ist ein Buch.

2. Beschreibung — wie der Mensch/das Ding ist

  • The house is big. — Das Haus ist groß.
  • Anna is tall. — Anna ist groß.
  • The coffee is hot. — Der Kaffee ist heiß.

3. Herkunft / Nationalität / Beruf

  • I am German. — Ich bin Deutscher / Deutsche.
  • Tom is from London. — Tom kommt aus London.
  • She is a doctor. — Sie ist Ärztin.

4. Zustand / Emotion / Ortsangabe

  • I am tired. — Ich bin müde.
  • She is happy. — Sie ist glücklich.
  • We are at home. — Wir sind zu Hause.
  • The keys are on the table. — Die Schlüssel sind auf dem Tisch.

Nächster Schritt: Lektion 4 — Pronomen und Possessive. Du lernst my, your, his, her — und das Possessiv-'s (Anna's book — Annas Buch). Und warum Englisch streng „he" und „she" trennt, aber alles Unbelebte als „it" behandelt — du musst dir abgewöhnen, Gegenstände wie im Deutschen mit er/sie/es zu gendern.

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