Lektion 2: Vokalzeichen (Nikkud). Dagesch. Alltagswörter. Zahlen 10–20
So arbeitest du mit dieser Lektion
- Lies — versteh, was Nikkud ist und wozu es da ist (5 Minuten).
- Sprich laut — jedes Wort der Tabellen mindestens dreimal. Das Vokalpünktchen verwandelt das „Konsonantengerüst" in ein lebendiges Wort.
- Schreib mit der Hand — Buchstabe + Nikkud darunter sind eine Einheit. Trainier dein Auge, sie als Ganzes zu sehen.
- Verlier dich nicht in der „Schönheit" des Nikkud. Es ist das Gerüst, das wir in L22 abreißen. Ziel: korrekt aussprechen, nicht professionell punktieren.
Der psychologische Hauptschritt dieser Lektion: akzeptiere, dass Nikkud eine Lernkrücke ist, nicht „echtes" Hebräisch. Zeitungen, Erwachsenenbücher, Schilder, SMS — alles wird ohne Nikkud geschrieben. Nikkud lebt in Lehrbüchern, in der Bibel, in Kinderbüchern und in Wörterbüchern. Bis L22 nimmst du es weg und lernst die Vokale aus Wurzel und Mischkal zu „erraten" (das beginnt ab L6). Aber in den ersten 20 Lektionen — halten wir uns am Nikkud fest. Sonst kann man nicht verstehen, wie aus dem „Gerüst KTW" das Wort „katAv" (er schrieb), „kotEv" (schreibend) oder „kitEv" (beschriftet, Pi'el) wird.
Teil 1: Wozu Nikkud überhaupt da ist
In L1 haben wir gelernt: die 22 hebräischen Buchstaben sind alle Konsonanten. Wie unterscheidet man dann katav „er schrieb" von kotev „schreibend" und kituv „Beschriftung"? Im unpunktierten Zustand sind das dieselben drei Buchstaben כתב.
Die Antwort des hebräischen Systems: Vokale werden durch Punkte und Striche unter (manchmal über, manchmal in) dem Buchstaben übertragen. Dieses System ist Nikkud (נִקּוּד, „Setzung von Punkten"). Es wurde von den Masoreten im 7.–10. Jahrhundert erfunden, um die Lesart des Tanach festzuhalten.
Parallele fürs deutsche Ohr: stell dir vor, im Deutschen schrieben wir nur Konsonanten: „schrb" — was ist das? „schrieb", „Scherbe", „Schreibe"? Im Hebräischen ist die Lage buchstäblich so. Nikkud sind die Zeichen unter „schrb", die es in ein konkretes Wort verwandeln.
Nikkud sind 9 Grundzeichen, die die 5 Vokale des modernen Hebräisch wiedergeben (a, e, i, o, u), plus ein „Null"-Zeichen — das Schwa. Plus ein Funktionspunkt — der Dagesch — im Buchstabeninneren.
Gute Nachricht: im modernen Hebräisch gibt es 5 Vokale, wie im Spanischen (a, e, i, o, u — kein „ü" oder „ö" wie im Deutschen). Schlechte Nachricht: auf diese 5 Laute kommen 9 Zeichen. Die historische Unterscheidung lang/kurz ist in der Aussprache verschwunden, blieb aber in der Schrift erhalten — mehrere Zeichen liest man gleich.
Teil 2: Fünf Vokale und neun Nikkud-Zeichen
Grundtabelle. Den „Trägerbuchstaben" spielt hier א (Alef) — er hat keinen eigenen Laut, er „trägt" nur den Vokal. Setz gedanklich ב, ל, ש ein — du bekommst „ba", „la", „scha" usw.
| Laut | Nikkud-Zeichen | Name des Zeichens | Wo es steht | Beispiel |
|---|---|---|---|---|
| a | אָ | Kamatz (קָמָץ) | unter dem Buchstaben, wie ein kleines „T" | אָב (av) — Vater |
| a | אַ | Patach (פַּתָח) | unter dem Buchstaben, waagerechter Strich | אַתָּה (ata) — du (m.) |
| e | אֵ | Tzere (צֵרֵי) | unter dem Buchstaben, zwei Punkte waagerecht | אֵם (em) — Mutter |
| e | אֶ | Segol (סֶגוֹל) | unter dem Buchstaben, drei Punkte in Dreiecksform | יֶלֶד (yeled) — Junge |
| i | אִ | Chirik (חִירִיק) | ein Punkt unter dem Buchstaben | עִיר (ir) — Stadt |
| o | אֹ oder אוֹ | Cholam (חוֹלָם) | Punkt über dem Buchstaben; oder Waw mit Punkt oben | תֹּדָה / תּוֹדָה (toda) — danke |
| u | אֻ | Kubutz (קֻבּוּץ) | drei Punkte diagonal unter dem Buchstaben | שֻׁלְחָן (shulchan) — Tisch |
| u | אוּ | Schuruk (שׁוּרוּק) | Waw mit Punkt in der Mitte | בּוּל (bul) — Briefmarke |
| „null" | אְ | Schwa (שְׁוָא) | zwei Punkte senkrecht unter dem Buchstaben | שְׁלוֹם (shalom) — Frieden |
Kamatz und Patach sind beide „a". Tzere und Segol sind beide „e". Kubutz und Schuruk sind beide „u". Das sind keine drei verschiedenen Laute — es ist derselbe Laut, historisch unterschieden, in moderner Aussprache zusammengefallen.
Cholam: gibt es „ohne Waw" (Punkt direkt über dem Buchstaben: בֹּ = „bo") und „mit Waw" (וֹ — Waw mit Punkt oben). Der Laut ist gleich. Die Variante „mit Waw" ist genau die Mater lectionis aus L1: ו als Träger für „o".
Schuruk: וּ — das ist Waw mit Punkt in der Mitte. Achtung: nicht verwechseln mit בּ (Bet mit Dagesch) — bei Bet steht der Punkt im Buchstaben und der Buchstabe ist ein anderer.
Teil 3: Schwa — das „Null"-Zeichen, das sich wie zwei verhält
Schwa (שְׁוָא, zwei senkrechte Punkte unter dem Buchstaben) ist das tückischste Zeichen. Es überträgt zwei Phänomene:
- Schwa nach („ruhend") — der Buchstabe wird ohne Vokal gelesen, schließt die Silbe. Beispiel: יַלְדָּה (yalda, Mädchen) — ל trägt Schwa nach, gelesen „j-AL-da", nicht „ja-le-da".
- Schwa na („beweglich") — ein leichter kurzer „e"-Laut (zwischen „e" und „kurzem Murmellaut", sehr kurz). Beispiel: שְׁלוֹם (shalom) — ש trägt Schwa na, „sch-(e)-lom".
Regel für den Anfang: am Wortanfang ist Schwa meist beweglich, in der Mitte nach einem kurzen Vokal — ruhend. Quäl dich nicht mit der Unterscheidung: Muttersprachler sprechen auch etwas Mittleres. Hauptsache — nie ein volles „e" einsetzen.
Unter den Kehllauten (ע ח ה א ר), die „kein reines Schwa mögen", erscheinen zusammengesetzte Schwas — חֲ, חֱ, חֳ — sehr kurze a, e, o. Beispiel: חֲנֻכָּה (chanuka, Chanukka) — ח mit Patach-Schwa, „cha-".
Teil 4: Dagesch — der Punkt im Buchstabeninneren
Dagesch (דָּגֵשׁ) — ein Punkt im Inneren des Buchstabens (nicht darunter und nicht darüber). Er hat zwei historische Funktionen:
- Dagesch kal („leicht") — schaltet den Laut des Buchstabens zwischen „hart" und „weich". Wirkt auf sechs Buchstaben — BeGeD KeFeT (ב ג ד כ פ ת — die wir in L1 kennengelernt haben). Im modernen Hebräisch ist der Unterschied nur noch bei drei lebendig: ב, כ, פ.
- Dagesch chasak („stark") — Verdopplung des Buchstabens. Historisch — phonetisch. In der modernen Sprache ist die Verdopplung nicht mehr hörbar, aber der Punkt steht in Lehrtexten und in der Bibel. Morphologisch ist er wichtig (er markiert die Binjanim Pi'el, Pu'al, Hitpa'el — das ist L13, L17, L24).
Paare durch Dagesch
| Ohne Dagesch | Mit Dagesch | Name des Paars | Laut ohne → mit |
|---|---|---|---|
| ב | בּ | Bet | w → b |
| כ (ך) | כּ | Kaf | ch → k |
| פ (ף) | פּ | Pe | f → p |
Parallele fürs deutsche Ohr: Im Deutschen sind „b" und „w" zwei verschiedene Buchstaben: „Bär" vs. „wahr" — verschiedene Wörter. Im Hebräischen ist das derselbe Buchstabe ב: mit Punkt drin = „b", ohne Punkt = „w". Den uns vertrauten Kontrast b/w realisiert das Hebräische über den Dagesch, nicht über die Buchstabenwahl. Den Lautkontrast brauchen deutsche Lerner nicht zu üben — wir hören ihn schon — wir müssen nur das Auge umtrainieren, den Dagesch zu bemerken.
Beispiele
- בָּא (ba) — „er kam". ב mit Dagesch, „b".
- שָׁבַע (shava) — „er wurde satt". ב ohne Dagesch, „scha-wa".
- אַבָּא (abba, „Papa") — doppeltes ב mit Dagesch chasak (historische Verdopplung).
Falle: im unpunktierten Text (Zeitungen, Erwachsenenbücher) wird der Dagesch fast nie geschrieben. „b"/„w" musst du aus der Wortkenntnis unterscheiden — wie im Deutschen „Sonne" und „Fass" trotz S-Auslautverhärtung. Bis L22 wird das Reflex.
Teil 5: Nikkud + Mater lectionis — doppelte Vokalmarkierung
In L1 hast du erfahren, dass א, ה, ו, י (Merkwort „AHWJ") als „Vokalhelfer" dienen. Jetzt haben wir auch noch das Nikkud. Sie überlagern sich:
| Schreibung | Lesung | Kommentar |
|---|---|---|
| בַּ | „ba" | Patach unter Bet |
| בֵּ | „be" | Tzere unter Bet |
| בִּי | „bi" | Chirik + Jod-Mater als „i" |
| בּוֹ | „bo" | Cholam oben + Waw-Mater |
| בּוּ | „bu" | Schuruk (Waw mit Punkt) |
Vollschreibung (כתיב מלא, ktiv male) — wenn die Mater lectionis dasteht (ו für „o"/„u", י für „i"). So wird modernes unpunktiertes Hebräisch fast immer geschrieben — damit zumindest etwas auf den Vokal hinweist. Ab L22 ist das unser Brot. Defektive Schreibung (כתיב חסר, ktiv chaser) — der Vokal kommt nur vom Nikkud. Das ist biblischer/hoher Stil.
Teil 6: Lese-Training — einfache Wörter
Lies jedes Wort laut, zerleg es nach Buchstaben und Nikkud. Das ist die wichtigste Fertigkeit dieser Lektion.
| Wort | Translit | Übersetzung | Analyse |
|---|---|---|---|
| בַּיִת | bayit | Haus | Bet-Patach + Jod-Chirik + Taw. Chirik unter Jod = „i", und das Jod selbst = Mater. „ba-jit". |
| דֶּלֶת | delet | Tür | Dalet-Segol + Lamed-Segol + Taw. „dE-let". |
| חַלּוֹן | chalon | Fenster | Chet-Patach + Lamed-Cholam-Waw + Nun sofit. „cha-lOn". |
| שֻׁלְחָן | shulchan | Tisch | Schin-Kubutz + Lamed-Schwa + Chet-Kamatz + Nun. „schul-chAn". |
| כִּסֵּא | kise | Stuhl | Kaf-mit-Dagesch-Chirik + Samech-Tzere + Alef (stumm). „ki-sE". |
| לֶחֶם | lechem | Brot | Lamed-Segol + Chet-Segol + Mem sofit. „lE-chem". |
| מַיִם | mayim | Wasser | Mem-Patach + Jod-Chirik + Mem sofit. „ma-jim". |
| חָלָב | chalav | Milch | Chet-Kamatz + Lamed-Kamatz + Bet (ohne Dagesch = „w"). „cha-lAv". |
| כֶּלֶב | kelev | Hund | Kaf-mit-Dagesch-Segol + Lamed-Segol + Bet (ohne Dagesch). „kE-lev". |
| חָתוּל | chatul | Kater | Chet-Kamatz + Taw-Schuruk + Lamed. „cha-tUl". |
Bemerkt? In jedem Wort sitzt das Nikkud-Pünktchen unter dem Buchstaben (oder im Inneren, wenn es ein Dagesch ist). Das Auge lernt, „Buchstabe + Nikkud" als ein Bündel zu sehen. Zuerst langsam: „Bet — Dagesch — Patach — Laut ‚ba'; Jod — Chirik unter Jod — Laut ‚ji' → ‚ji' oder einfach ‚i'". Nach 50 Wörtern faltet sich das zu einem automatischen Scan zusammen.
Teil 10: Zahlen 10–20
In L1 haben wir 1–10 in zwei Geschlechtern gelernt. Jetzt — 11–20. Sie laufen auch in zwei Geschlechtern (m. und f.). Struktur: „Zehnerzahl + Einerzahl", aneinandergeklebt.
| # | Maskulinum | Translit | Femininum | Translit |
|---|---|---|---|---|
| 10 | עֲשָׂרָה | asara | עֶשֶׂר | eser |
| 11 | אַחַד עָשָׂר | achad asar | אַחַת עֶשְׂרֵה | achat esre |
| 12 | שְׁנֵים עָשָׂר | shneim asar | שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה | shteim esre |
| 13 | שְׁלוֹשָׁה עָשָׂר | shlosha asar | שְׁלוֹשׁ עֶשְׂרֵה | shlosh esre |
| 14 | אַרְבָּעָה עָשָׂר | arba'a asar | אַרְבַּע עֶשְׂרֵה | arba esre |
| 15 | חֲמִשָּׁה עָשָׂר | chamisha asar | חֲמֵשׁ עֶשְׂרֵה | chamesh esre |
| 16 | שִׁשָּׁה עָשָׂר | shisha asar | שֵׁשׁ עֶשְׂרֵה | shesh esre |
| 17 | שִׁבְעָה עָשָׂר | shiv'a asar | שְׁבַע עֶשְׂרֵה | shva esre |
| 18 | שְׁמוֹנָה עָשָׂר | shmona asar | שְׁמוֹנֶה עֶשְׂרֵה | shmone esre |
| 19 | תִּשְׁעָה עָשָׂר | tish'a asar | תְּשַׁע עֶשְׂרֵה | tsha esre |
| 20 | עֶשְׂרִים | esrim | עֶשְׂרִים | esrim |
Struktur: im Maskulinum — Einer + „asar" („zehn m."). Im Femininum — Einer + „esre" („zehn f., Sonderform"). 11 und 12 leicht unregelmäßig (achad/shneim, achat/shteim), 13–19 regelmäßig.
20 — gleich für beide Geschlechter (עֶשְׂרִים, esrim, „Zehner"). Das ist ein eigenes Muster (Plural von „zehn") und so geht es weiter: 30 — schloschim, 40 — arba'im usw. Die Zehner unterscheiden sich nicht nach Genus. Merk dir diese „Erleichterung".
Betonung: in den zusammengesetzten Zahlen liegt die Betonung auf dem zweiten Bestandteil: chamish-ASAR (m.) oder chamesh-ESre (f.). Das ist eine bedeutungsunterscheidende Betonung: verwechseln heißt die Bedeutung verwechseln.
Wortschatz dieser Lektion
- בַּיִתHaus
- דִּירָהWohnung
- חֶדֶרZimmer
- מִטְבָּחKüche
- אַמְבַּטְיָהBadezimmer
- דֶּלֶתTür
- חַלּוֹןFenster
- שֻׁלְחָןTisch
- כִּסֵּאStuhl
- מִטָּהBett
- אָרוֹןSchrank
- מְנוֹרָהLampe
- מַפְתֵּחַSchlüssel
- מַחְשֵׁבComputer
- טֶלֶפוֹןTelefon
| Französisch | Übersetzung | |
|---|---|---|
בַּיִת | Haus | |
דִּירָה | Wohnung | |
חֶדֶר | Zimmer | |
מִטְבָּח | Küche | |
אַמְבַּטְיָה | Badezimmer | |
דֶּלֶת | Tür | |
חַלּוֹן | Fenster | |
שֻׁלְחָן | Tisch | |
כִּסֵּא | Stuhl | |
מִטָּה | Bett | |
אָרוֹן | Schrank | |
מְנוֹרָה | Lampe | |
מַפְתֵּחַ | Schlüssel | |
מַחְשֵׁב | Computer | |
טֶלֶפוֹן | Telefon |
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Aufgabe lesen, Antwort auf Hebräisch eintippen und auf Prüfen klicken. Jede Antwort wird zuerst lokal geprüft; in kniffligen Fällen gibt Claude einen Hinweis. Der Fortschritt wird automatisch gespeichert.
🔊 ÜbungenÖffnet die Übungsantworten in der externen App — mit Audio und Wort-für-Wort-Analyse.Übung 1. Nikkud-Erkennung
Welcher Vokal steht unter dem Buchstaben? Nenne Name des Zeichens und Laut.
Übung 2. Dagesch — vorhanden oder nicht
Lies laut und bestimme, welcher Buchstabe (Bet/Kaf/Pe) gemeint ist und welchen Laut er hat — hart oder weich.
Lies laut und bestimme, welcher Buchstabe (Bet/Kaf/Pe) gemeint ist und welchen Laut er hat — hart oder weich.
- בֵּן
- בַּת
- אָב
- כֶּלֶב
- סֵפֶר
- כֹּל
- אַף
- פֶּה
Lösung
- בֵּן — Bet mit Dagesch (בּ) + Tzere + Nun. „ben" — „Sohn". Laut „b".
- בַּת — Bet mit Dagesch + Patach + Taw. „bat" — „Tochter". Laut „b".
- אָב — Alef + Kamatz + Bet ohne Dagesch. „aw" — „Vater". Laut „w".
- כֶּלֶב — Kaf mit Dagesch + Segol + Lamed-Segol + Bet ohne Dagesch. „kElew" — „Hund". Erstes „k", zweites „w".
- סֵפֶר — Samech + Tzere + Pe ohne Dagesch + Segol + Resch. „sEfer" — „Buch". Laut „f".
- כֹּל — Kaf mit Dagesch + Cholam + Lamed. „kol" — „alles". Laut „k".
- אַף — Alef + Patach + Pe-Sofit ohne Dagesch. „af" — „Nase". Laut „f". (Sofit-Pe steht in der Regel ohne Dagesch.)
- פֶּה — Pe mit Dagesch + Segol + He. „pe" — „Mund". Laut „p".
Offene Übung — keine automatische Prüfung. Sag die Antworten laut und mach weiter.
Übung 3. Laut vorlesen — Zimmer
Lies laut, jedes Wort nach Buchstaben und Nikkud zerlegend:
Lies laut, jedes Wort nach Buchstaben und Nikkud zerlegend:
- בַּיִת
- דֶּלֶת
- חַלּוֹן
- שֻׁלְחָן
- כִּסֵּא
- מִטָּה
- אָרוֹן
- מַפְתֵּחַ
Lösung (prüfe die Lesung)
- בַּיִת → „bAjit" (Bet-Patach = „ba"; Jod-Chirik = „ji"; Taw schließt = „t"). Haus.
- דֶּלֶת → „dElet" (Dalet-mit-Dagesch-Segol = „de"; Lamed-Segol = „le"; Taw). Tür.
- חַלּוֹן → „chalOn" (Chet-Patach = „cha"; Lamed-mit-Dagesch-Cholam-Waw = „lon"; Nun sofit). Fenster. Dagesch im Lamed — chasak, historische Verdopplung.
- שֻׁלְחָן → „schul-chAn" (Schin-Kubutz = „schu"; Lamed-Schwa nach = einfach „l" schließt die Silbe; Chet-Kamatz = „cha"; Nun). Tisch.
- כִּסֵּא → „ki-sE" (Kaf-mit-Dagesch-Chirik = „ki"; Samech-mit-Dagesch-Tzere = „se"; Alef stumm). Stuhl.
- מִטָּה → „mit-tA" → „mitA" (Mem-Chirik = „mi"; Tet-mit-Dagesch-Kamatz = „ta"; He stumm, f.). Bett. Dagesch im Tet — chasak.
- אָרוֹן → „arOn" (Alef-Kamatz = „a"; Resch-Cholam-Waw = „ro"; Nun). Schrank.
- מַפְתֵּחַ → „maftEach" (Mem-Patach = „ma"; Pe-Schwa nach ohne Dagesch = „f"; Taw-mit-Dagesch-Tzere = „te"; Chet-Patach am Ende ist eine Sondererscheinung: das kehlige „ach" wird als „-ach" gesprochen, obwohl der Patach unter dem letzten Buchstaben steht — das ist der sogenannte „Patach gnuwa", „verborgener Patach"). Schlüssel.
Offene Übung — keine automatische Prüfung. Sag die Antworten laut und mach weiter.
Übung 4. Zahlen in zwei Geschlechtern
Setz die richtige Zahl ein (m. oder f.) je nach Genus des Nomens. Hinweise: כֶּלֶב m., צִפּוֹר f., דֶּלֶת f., כִּסֵּא m., בֵּיצָה f.
Übung 5. Übersetze und lies laut
Übersetze ins Hebräische (mit Nikkud — ohne ist auch ok, wenn schwierig), dann lies laut:
Übersetze ins Hebräische (mit Nikkud — ohne ist auch ok, wenn schwierig), dann lies laut:
- Im Haus stehen ein Tisch und ein Stuhl. (Hinweis: „in" = ב; „und" = ו; benutze „es gibt" = יש (yesh) — das kommt in L10, hier einfach kopieren)
- Ich habe einen Kater und einen Hund. (yesh li = ich habe)
- Auf dem Tisch sind Brot, Käse und Wasser.
- Ich esse (אוֹכֵל) einen Apfel und eine Banane.
- Gib mir (תֵּן לִי, ten li) den Schlüssel, bitte.
Lösung
- בַּבַּיִת יֵשׁ שֻׁלְחָן וְכִסֵּא. — Babayit yesh shulchan ve-kise. („ba-" = „in-" + Artikel ה, der mit der Präposition ב verschmilzt — das ist L9; hier einfach kopieren).
- יֵשׁ לִי חָתוּל וְכֶלֶב. — Yesh li chatul ve-kelev.
- עַל הַשֻּׁלְחָן לֶחֶם, גְּבִינָה וּמַיִם. — Al ha-shulchan lechem, gvina u-mayim. (ו vor labialem Buchstaben מ wird zu „u-" — eine Feinheit, merk sie dir als Fakt.)
- אֲנִי אוֹכֵל תַּפּוּחַ וּבָנָנָה. — Ani ochel tapuach u-vanana. (אוֹכֵל — für m.; für f. wäre es אוֹכֶלֶת ochelet. Das ist L8.)
- תֵּן לִי אֶת הַמַּפְתֵּחַ, בְּבַקָּשָׁה. — Ten li et ha-mafteach, bevakasha. (אֶת — obligatorische Partikel vor einem bestimmten direkten Objekt, L11.)
Beachte: das sind schon fast echte Sätze. Mit L4–L10 bauen wir die Grammatik zusammen, um solche Sätze selbst zu konstruieren, statt sie zu kopieren.
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Hörtexte
Drei Textvarianten pro Lektion. In glottos.com öffnen für synchrone Audiowiedergabe.
Text AText zu Lektion 2: Haus und Alltagsgegenstände🔊 Audio-Praxis ↗
- בַּיִת.
- דִּירָה.
- חֶדֶר.
- מִטְבָּח.
- אַמְבַּטְיָה.
- דֶּלֶת.
- חַלּוֹן.
- שֻׁלְחָן.
- כִּסֵּא.
- מִטָּה.
- אָרוֹן.
- מְנוֹרָה.
- מַפְתֵּחַ.
- מַחְשֵׁב.
- טֶלֶפוֹן.
- בַּבַּיִת יֵשׁ חֶדֶר.
- בַּחֶדֶר יֵשׁ שֻׁלְחָן.
- עַל הַשֻּׁלְחָן יֵשׁ מַחְשֵׁב.
- לְיַד הַשֻּׁלְחָן יֵשׁ כִּסֵּא.
- בַּחֶדֶר יֵשׁ מִטָּה וְאָרוֹן.
- עַל הַמִּטָּה יֵשׁ סֵפֶר.
- בָּאָרוֹן יֵשׁ מַפְתֵּחַ.
- הַחַלּוֹן גָּדוֹל.
- הַדֶּלֶת קְטַנָּה.
- בַּמִּטְבָּח יֵשׁ שֻׁלְחָן וְכִסֵּא.
- עַל הַשֻּׁלְחָן מְנוֹרָה.
- הַטֶּלֶפוֹן עַל הַכִּסֵּא.
- בַּדִּירָה שְׁלוֹשָׁה עָשָׂר חַלּוֹנוֹת.
- בַּבַּיִת אַרְבַּע עֶשְׂרֵה דְּלָתוֹת.
- שָׁלוֹם, בַּיִת!
Text BText zu Lektion 2: Essen und Zahlen🔊 Audio-Praxis ↗
- לֶחֶם.
- חָלָב.
- מַיִם.
- גְּבִינָה.
- בֵּיצָה.
- בָּשָׂר.
- דָּג.
- תַּפּוּחַ.
- בָּנָנָה.
- קָפֶה.
- תֵּה.
- יַיִן.
- סֻכָּר.
- מֶלַח.
- אֹכֶל.
- עַל הַשֻּׁלְחָן יֵשׁ לֶחֶם.
- בַּמִּטְבָּח יֵשׁ חָלָב וְקָפֶה.
- אֲנִי שׁוֹתֶה תֵּה עִם סֻכָּר.
- אֲנִי אוֹכֵל לֶחֶם וּגְבִינָה.
- עַל הַשֻּׁלְחָן בֵּיצָה וְתַפּוּחַ.
- בַּדִּירָה יֵשׁ אַחַד עָשָׂר תַּפּוּחִים.
- בַּמִּטְבָּח שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה בֵּיצִים.
- עַל הַשֻּׁלְחָן שְׁלוֹשׁ עֶשְׂרֵה בָּנָנוֹת.
- בָּאָרוֹן אַרְבָּעָה עָשָׂר סְפָרִים.
- בַּמִּקְרָר חֲמִשָּׁה עָשָׂר דָּגִים.
- שֵׁשׁ עֶשְׂרֵה גְּבִינוֹת.
- שִׁבְעָה עָשָׂר תַּפּוּחִים.
- שְׁמוֹנֶה עֶשְׂרֵה בֵּיצִים.
- תְּשַׁע עֶשְׂרֵה בָּנָנוֹת.
- עֶשְׂרִים סְפָרִים עַל הַשֻּׁלְחָן.
Text CText zu Lektion 2: Tiere🔊 Audio-Praxis ↗
- כֶּלֶב.
- חָתוּל.
- צִפּוֹר.
- דָּג.
- סוּס.
- פָּרָה.
- תַּרְנְגוֹל.
- חֲמוֹר.
- אַרְיֵה.
- דֹּב.
- עַכְבָּר.
- פִּיל.
- נָמֵר.
- זְאֵב.
- שׁוּעָל.
- בַּבַּיִת יֵשׁ כֶּלֶב.
- בַּחֶדֶר יֵשׁ חָתוּל.
- עַל הַחַלּוֹן יֵשׁ צִפּוֹר.
- בַּמַּיִם יֵשׁ דָּג.
- הַכֶּלֶב גָּדוֹל וְהֶחָתוּל קָטָן.
- בַּדִּירָה יֵשׁ עֶשְׂרָה כְּלָבִים.
- בַּגַּן אַחַד עָשָׂר חֲתוּלִים.
- עַל הָעֵץ שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה צִפֳּרִים.
- בַּמַּיִם שְׁלוֹשָׁה עָשָׂר דָּגִים.
- בָּאוּרְוָה אַרְבָּעָה עָשָׂר סוּסִים.
- חֲמֵשׁ עֶשְׂרֵה פָּרוֹת.
- שִׁשָּׁה עָשָׂר תַּרְנְגוֹלִים.
- שִׁבְעָה עָשָׂר חֲמוֹרִים.
- שְׁמוֹנָה עָשָׂר פִּילִים.
- עֶשְׂרִים אֲרָיוֹת.
Die Audiowiedergabe läuft über glottos.com — öffnet sich in einem neuen Tab.
Noch keine Tonleitern oder Matrizen in dieser Lektion — die beginnen ab Lektion 3. Nutze die Hörtexte oben zum Sprechen.
NIKKUD (Vokalzeichen) — 5 LAUTE, 9 ZEICHEN:
Laut A: אָ (Kamatz) אַ (Patach)
Laut E: אֵ (Tzere) אֶ (Segol)
Laut I: אִ (Chirik)
Laut O: אֹ oder אוֹ (Cholam — Punkt oben oder mit Waw)
Laut U: אֻ (Kubutz) אוּ (Schuruk — Waw mit Punkt in der Mitte)
„Null": אְ (Schwa) — entweder kurzes „e" oder Silbenschluss
Nikkud = LERNKRÜCKE. Echtes Hebräisch ohne Nikkud. Ab L22 — weg.
DAGESCH (Punkt IM Buchstaben):
בּ = „b" | ב = „w"
כּ = „k" | כ = „ch"
פּ = „p" | פ = „f"
Parallele zum Deutschen: wo bei uns B vs. W zwei VERSCHIEDENE Buchstaben sind,
ist es im Hebräischen EIN Buchstabe mit/ohne Punkt.
SCHWA (zwei Punkte senkrecht):
Am Wortanfang — meist beweglich (kurzes „e")
In der Mitte nach kurzem Vokal — meist ruhend (stumm)
Unter Kehllauten (ע ח ה א ר) — zusammengesetzte Schwas (חֲ, חֱ, חֳ)
NIKKUD + MATER LECTIONIS (L1) ARBEITEN ZUSAMMEN:
בִּי = Bet + Chirik + Jod → „bi" (Jod stützt das „i")
בּוֹ = Bet + Cholam + Waw → „bo" (Waw stützt das „o")
בּוּ = Bet + Schuruk → „bu" (Waw = Mater für „u")
Das ist „Vollschreibung" (ktiv male). Die Zukunftsnorm ab L22.
HAUS UND ALLTAG:
בַּיִת bayit Haus דִּירָה dira Wohnung חֶדֶר cheder Zimmer
דֶּלֶת delet Tür חַלּוֹן chalon Fenster שֻׁלְחָן shulchan Tisch
כִּסֵּא kise Stuhl מִטָּה mita Bett אָרוֹן aron Schrank
מַפְתֵּחַ mafteach Schlüssel מַחְשֵׁב machshev Computer
ESSEN:
לֶחֶם lechem Brot חָלָב chalav Milch מַיִם mayim Wasser (Pl.!)
גְּבִינָה gvina Käse בֵּיצָה beytsa Ei בָּשָׂר basar Fleisch
דָּג dag Fisch תַּפּוּחַ tapuach Apfel בָּנָנָה banana Banane
קָפֶה kafe Kaffee תֵּה te Tee יַיִן yayin Wein
TIERE:
כֶּלֶב kelev Hund חָתוּל chatul Kater צִפּוֹר tsipor Vogel (f.)
דָּג dag Fisch סוּס sus Pferd פָּרָה para Kuh (f.)
אַרְיֵה arye Löwe פִּיל pil Elefant נָמֵר namer Tiger
זְאֵב ze'ev Wolf שׁוּעָל shu'al Fuchs דֹּב dov Bär
ZAHLEN 10–20 (zwei Geschlechter!):
# m. f.
10 asara עֲשָׂרָה eser עֶשֶׂר
11 achad asar אַחַד עָשָׂר achat esre אַחַת עֶשְׂרֵה
12 shneim asar שְׁנֵים עָשָׂר shteim esre שְׁתֵּים עֶשְׂרֵה
13 shlosha asar shlosh esre
14 arba'a asar arba esre
15 chamisha asar chamesh esre
16 shisha asar shesh esre
17 shiv'a asar shva esre
18 shmona asar shmone esre
19 tish'a asar tsha esre
20 esrim עֶשְׂרִים — OHNE GENUSUNTERSCHIED (wie alle Zehner)
Betonung auf dem ZWEITEN Bestandteil: chamish-ASAR / chamesh-ESre.
Nächste Lektion: Lektion 3 — Flüssiges Lesen mit Nikkud. Handschriftlicher Stil (Ktav, Schreibschrift) zum Erkennen und Schreiben. Druckschrift vs. Handschrift. Damit schließt sich das Thema Schrift als Selbstzweck ab, und ab L4 startet die echte Grammatik — Genus, Kongruenz, Pronomen, Nominalsatz.