Lektion 50: Stilbeherrschung und frankophone Varianten
So arbeitest du mit dieser Lektion
- Lies — das ist der Schlussstein. Keine neue Grammatik. Nur die Synthese aus allem, was du schon kannst.
- Vergleiche Register — jede Äußerung hat Nachbarn in anderen Registern. Trainier dein Ohr, sie zu hören.
- Hör auf Variation — Quebec, Belgien, Senegal klingen anders. Bleib ruhig.
- Sammel Idiome — das ist die letzte Meile zwischen C1 und Muttersprachler.
Grammatik ist das Skelett. Register ist die Kleidung. Idiome sind der Gang. In dieser Lektion lernst du, die Sprache zu tragen, nicht nur zu sprechen.
Teil 1: Was „Synthese" auf C1 bedeutet
Bis zu dieser Lektion hast du Bausteine gelernt. Jetzt: Architektur. C1 ist nicht „mehr Wörter wissen" — es ist alles gleichzeitig handhaben:
- Tempus + Modus + Aspekt + Register + genau das richtige Wort
- komplexe Sätze mit zwei oder drei Nebensätzen und Tempusabgleich
- die Fähigkeit, denselben Gedanken in drei Registern zu sagen
Der C1-Test: nimm einen beliebigen Satz und schreib ihn (a) in soutenu, (b) in courant, (c) in familier. Wenn du das kannst — du bist C1.
| Register | Beispiel | Kontext |
|---|---|---|
| soutenu (literarisch) | Je ne saurais vous dire à quel point je suis ravi. | Literatur, Reden, formelles Schreiben |
| courant (neutral) | Je ne peux pas vous dire à quel point je suis content. | Arbeit, Nachrichten, Alltagshöflichkeit |
| familier (umgangssprachlich) | J'te dis pas à quel point j'suis content. | Freunde, Familie, SMS |
Erinnerung aus Lektion 48: Register sind nicht „richtig/falsch" — sie sind angemessen/unangemessen. Auf einer Hochzeit sagst du nicht t'as vu ?; in der Bar sagst du nicht eussiez-vous l'amabilité ?
Teil 2: Tempora und Modi in echter Rede stapeln
Nimm einen verwickelten Gedanken: obwohl ich dachte, er sei schon gegangen, stellte sich heraus, dass er auf mich gewartet hätte, wenn ich ihn vorgewarnt hätte.
Schichten:
- obwohl → bien que + Subjonctif
- ich dachte, er sei gegangen → imparfait + plus-que-parfait
- es stellte sich heraus, dass → passé composé + Indikativ
- er hätte gewartet → conditionnel passé
- wenn ich vorgewarnt hätte → si + plus-que-parfait
Bien qu'il fût parti, comme je le croyais, il s'est avéré qu'il m'aurait attendu si je l'avais prévenu.
Das ist C1. Du musst nicht jeden Tag so reden — aber du musst das erkennen und auf Abruf bauen können.
Das Skelett eines komplexen Satzes
| Schicht | Was sie steuert |
|---|---|
| Hauptsatz | Tempus, Person, Register |
| Zeit-Nebensatz (quand, lorsque, dès que) | passt zum Hauptsatz |
| Bedingungssatz (si) | drei Typen aus Lektion 37 |
| Konzessivsatz (bien que, quoique) | Subjonctif |
| Relativsatz (qui/que/dont/lequel) | Genus- und Numeruskongruenz |
| Indirekte Rede | Tempusverschiebung aus Lektion 38 |
Tipp: bau den Satz Schicht für Schicht. Erst Hauptsatz. Dann den Rest dranhängen.
Teil 3: Stilistische Werkzeuge
Mise en relief (Fokus) — aus Lektion 47
| Neutral | Emphatisch |
|---|---|
| Marie a cassé le vase. | C'est Marie qui a cassé le vase. |
| J'aime ce film. | Ce film, je l'adore. / Ce que j'aime, c'est ce film. |
| Il faut travailler. | Travailler, voilà ce qu'il faut faire. |
Hedging (eine Behauptung abfedern)
| Direkt | Abgefedert |
|---|---|
| C'est faux. | Il me semble que ce n'est pas tout à fait exact. |
| Tu as tort. | Je ne suis pas sûr que tu aies raison. |
| Je veux. | Je voudrais / J'aimerais / Je souhaiterais |
Journalistischer Conditionnel (aus Lektion 49)
Wenn eine Information nicht bestätigt ist:
- Le président aurait rencontré le ministre. — „soll … getroffen haben"
- Il y aurait plus de cent victimes. — „Berichten zufolge über hundert Opfer"
Teil 4: Frankreich vs. Quebec
Quebec-Französisch (le québécois) ist kein „schlechtes" Französisch — es ist eine eigene Norm mit eigener Geschichte. Die französischen Siedler kamen im 17. Jahrhundert, und die Kolonie wurde nach 1763 von Frankreich abgeschnitten. Das heutige Quebec-Französisch liegt näher am Französisch Ludwigs XIV. als am Pariser Französisch.
Aussprache
| Phänomen | Quebec | Frankreich |
|---|---|---|
| t und d vor i, u | werden zu „ts" und „dz": tu → „tsü", dire → „dsir" | sauber: „tü", „dir" |
| Diphthongierung langer Vokale | père klingt nach „pä-er" | „pär" |
| Wortauslautendes a | oft „aw": Canada → „canadaw" | „canada" |
| archaische Vokale | moi → „mwä" (wie im 17. Jh.) | „mwa" |
Wortschatz
| Quebec | Frankreich | Deutsch |
|---|---|---|
| char | voiture | Auto |
| blonde | copine, petite amie | Freundin |
| chum | copain, petit ami | Freund (Partner) |
| dépanneur | épicerie de nuit | Mini-Markt, „Späti" |
| magasiner | faire du shopping, faire les courses | einkaufen gehen |
| fin de semaine | week-end | Wochenende |
| courriel | email, mail | |
| bienvenue (als Antwort auf merci) | de rien | Gern geschehen |
| liqueur | soda | Limo |
| tantôt | tout à l'heure | gleich / vorhin |
| piastre (Slang) | dollar | Dollar, Mäuse |
Die Mahlzeiten-Falle
Diese erwischt dich beim ersten Mal. Quebec und Frankreich nutzen dieselben Wörter für andere Mahlzeiten:
| Frankreich | Quebec | |
|---|---|---|
| Frühstück | petit-déjeuner | déjeuner |
| Mittagessen | déjeuner | dîner |
| Abendessen | dîner | souper |
Wenn dich also ein Quebecer Freund zum souper einlädt, ist das Abendessen — kein Mitternachtssnack.
Anglizismen — umgekehrt zu dem, was du erwarten würdest
Das Paradox: Quebec wehrt sich aktiv gegen englische Lehnwörter (Charta der französischen Sprache, das berühmte „Loi 101"), während Frankreich sie aufsaugt.
| Quebec (französisiert) | Frankreich (Anglizismus) |
|---|---|
| stationnement | parking |
| fin de semaine | week-end |
| courriel | mail / email |
| magasinage | shopping |
| traversier | ferry |
Falle! In Quebec klingt parking nach kultureller Kapitulation. In Paris klingt stationnement nach Behörde.
Tu/vous in Quebec
Quebec nutzt tu freier — sogar mit Fremden, Verkäufern, Kellnern. Das ist nicht unhöflich, das ist die Norm. Ein Kellner in Montreal, der Tu veux quoi ? fragt, ist freundlich, nicht respektlos. Erinnert dich an die deutsche Schweiz oder Norddeutschland im informellen Umgang — Quebec ist im Du-Gebrauch entspannter als das Pariser Sie-Reflex.
Teil 5: Belgisches und Schweizer Französisch
Die Zahlen (die große Sache!)
In Frankreich: 70 = soixante-dix („sechzig-zehn"), 80 = quatre-vingts („vier-zwanzig"), 90 = quatre-vingt-dix („vier-zwanzig-zehn"). Selbst französische Kinder verheddern sich dabei. Belgien und Schweiz haben das gerichtet — und nähern sich damit der deutschen Logik (siebzig, achtzig, neunzig) an.
| Zahl | Frankreich | Belgien | Schweiz |
|---|---|---|---|
| 70 | soixante-dix | septante | septante |
| 80 | quatre-vingts | quatre-vingts | huitante / octante (manche Kantone) |
| 90 | quatre-vingt-dix | nonante | nonante |
Tipp: wenn du es dir leichter machen willst, lern septante und nonante als passiven Wortschatz. Sie werden überall verstanden — Pariser wissen, was du meinst, sie sagen es nur nicht selbst.
Belgischer Wortschatz
| Belgien | Frankreich | Deutsch |
|---|---|---|
| déjeuner | petit-déjeuner | Frühstück (Belgien verschiebt die Mahlzeitennamen auch!) |
| dîner | déjeuner | Mittagessen |
| souper | dîner | Abendessen |
| drache | grosse pluie | Wolkenbruch |
| dracher | pleuvoir des cordes | wie aus Eimern gießen |
| GSM | portable | Handy |
| chicon | endive | Endivie / Chicorée |
| aubette | abribus | Bushäuschen |
Schweizer Wortschatz
| Schweiz | Frankreich | Deutsch |
|---|---|---|
| natel | portable | Handy |
| cornet | sac plastique | Plastiktüte |
| fœhn | sèche-cheveux | Föhn (aus dem Deutschen) |
| action | promotion, solde | Aktion, Sonderangebot |
| service ! | de rien / je vous en prie | Gern geschehen (Antwort auf merci) |
Kuriosität: fœhn heißt nach dem warmen Alpenwind und wurde dann auf „Haartrockner" übertragen, weil der warme trockene Luftstoß sich gleich anfühlt. Reines Deutsch-Lehnwort, schweizspezifisch. Für dich ein doppeltes Geschenk: das deutsche Wort wandert ins Französische und bleibt fast unverändert.
Teil 6: Afrikanisches Französisch
Französisch ist Arbeitssprache in rund 30 Ländern Afrikas (Senegal, Elfenbeinküste, Kongo, Kamerun, Mali, DR Kongo und mehr). Die Norm variiert von Land zu Land, aber es gibt gemeinsame Züge.
Merkmale
- weniger Liaisons und Elisionen in der informellen Rede
- Mischung mit lokalen Sprachen (Wolof, Lingala, Bambara) auf lexikalischer Ebene
- neue Bedeutungen für alte Wörter
- lokal geprägter Wortschatz
Beispiele
| Afrikanisches Französisch | Standardfranzösisch | Deutsch |
|---|---|---|
| essencerie | station-service | Tankstelle |
| boucantier | frimeur | Angeber, Aufschneider |
| greffier (Slang) | chat | Katze |
| tablier | vendeur de rue | Straßenverkäufer |
| gâter | abîmer / casser | verderben, kaputt machen |
| doser | faire avec mesure | mit Maß behandeln |
| être fort | être doué | begabt sein |
| deuxième bureau | maîtresse | Geliebte |
| bon arrivée | bienvenue | willkommen |
| enjailler (Elfenbeinküste) | s'amuser | Spaß haben |
Afrikanisches Französisch ist der am schnellsten wachsende Zweig der Sprache. Bis 2050 werden etwa 85 % aller Französischsprecher in Afrika leben. Der Schwerpunkt der Sprache verlagert sich nach Süden.
Teil 7: Tu / vous nach Regionen
| Region | Norm |
|---|---|
| Frankreich | tu unter Gleichgestellten; vous mit Älteren, Fremden, bei der Arbeit. Der Wechsel zu tu wird explizit gemacht: On peut se tutoyer ? |
| Quebec | tu ist breiter. Mit Kellner oder Verkäufer oft sofort tu. |
| Belgien | wie Frankreich, aber bei der Arbeit setzt sich tu schneller durch. |
| Schweiz | formeller; vous hält sich länger. |
| Afrika (viele Länder) | formeller gegenüber Älteren; „Respekt nach Alter" ist die Grundlage. |
Universalregel: im Zweifel vous. Du kannst immer in der Förmlichkeit runtergehen; nach zu lockerem Start hochzugehen ist peinlich und kommt zu spät. Das deutsche Sie/du-Gefühl trägt dich hier weit.
Erinnerung aus Lektion 49: quoi que tu fasses, où que tu sois — konzessive Strukturen funktionieren in allen Regionalvarianten identisch. Das grammatische Rückgrat ist geteilt. Nur Wortschatz und ein paar Laute ändern sich.
Du hast es geschafft
Fünfzig Lektionen. Fünf Blöcke. Der ganze Bogen — von bonjour in Lektion 1 bis zum journalistischen Conditionnel und Quebec-Slang hier. Lass das einen Moment sacken.
Was du jetzt kannst, was vor fünfzig Lektionen nicht ging:
- Le Monde lesen ohne ständig zum Wörterbuch zu greifen. Vielleicht zwei unbekannte Wörter pro Artikel. Den Rest erschließt du aus dem Kontext.
- Einen französischen Film schauen ohne Untertitel und etwa 80 % verstehen. Die restlichen 20 % sind schnelle Umgangssprache, Slang und Eigennamen — die Lücke schließt sich mit Exposition schnell.
- Ein Gespräch führen über alles, von Politik über Philosophie bis zu deinen Wochenendplänen, in drei verschiedenen Registern, mit Sicherheit in Tempus, Modus und Kongruenz.
- Erkennen, woher jemand kommt — ein Quebecer, ein Belgier, ein Schweizer, ein Senegalese — innerhalb weniger Sätze.
- Wortschatz angelegt: etwa 3.000 aktive Einträge, leicht 6.000 passive. Das liegt deutlich über der C1-Schwelle.
Von hier an sind Lehrbücher nicht mehr der Weg. Es geht um Immersion: Romane (fang mit Camus oder Modiano an, dann Houellebecq), Filme (Audiard, Ozon, die Dardennes für Belgien, Dolan für Quebec), Podcasts (Les Pieds sur Terre, Transfert) und Gespräche. Such dir einen correspondant. Verbring einen Monat in Montreal oder Brüssel.
Französisch ist kein Schulfach mehr. Es ist ein Werkzeug in deiner Hand. Benutz es.
Bonne route, et à bientôt dans la francophonie !
Als Nächstes: Block-5-Test — Roi / Reine (König / Königin). Der Abschlusstest des Kurses. Du wirst gebeten, dieselbe Idee in drei Registern wiederzugeben, eine Regionalprobe zu dekodieren und einen komplexen Satz mit drei gestapelten Nebensätzen zu produzieren. Bestehst du den — gehört der Kurs dir. Félicitations d'avance — du hast etwas geschafft, was die meisten Lerner nie zu Ende bringen.
Wortschatz dieser Lektion
- coûter les yeux de la têteein Vermögen kosten
- il pleut des cordeses schüttet wie aus Eimern
- poser un lapin à qnjemanden versetzen
- avoir le cafardbedrückt sein, Trübsal blasen
- tomber dans les pommesin Ohnmacht fallen
- chercher midi à quatorze heuresunnötig kompliziert machen
- ne pas y aller par quatre cheminsgleich zur Sache kommen
- mettre les pieds dans le platins Fettnäpfchen treten
- avoir un poil dans la mainstinkfaul sein
- la moutarde me monte au nezich werde langsam wütend
- une automobile (f.)une voiture (f.)
- une demeure (f.)une maison (f.)
- un repas (m.)le dîner (m.)
- dérobervoler
- être fatiguéêtre crevé
- s'enfuirpartir vite
- comprendrecomprendre
- de l'argent (m.)de l'argent (m.)
- un travail (m.)le boulot (m.)
- un policier (m.)un policier (m.)
- un char (m.)Quebec
- une blonde (f.)Quebec
- un chum (m.)Quebec
- un dépanneur (m.)Quebec
- magasinerQuebec
- tantôtQuebec
- septanteBelgien, Schweiz
- nonanteBelgien, Schweiz
- huitanteTeile der Schweiz
- une drache (f.)Belgien
- un GSM (m.)Belgien
- une aubette (f.)Belgien
- un natel (m.)Schweiz
- un cornet (m.)Schweiz
- un fœhn (m.)Schweiz
- une action (f.)Schweiz
- une essencerie (f.)Afrika
- un boucantier (m.)Afrika
- un tablier (m.)Afrika
- gâterAfrika
- en effetBestätigung, „in der Tat"
- certesZugeständnis, „gewiss, aber…"
- toutefois / néanmoinsjedoch (formell)
- par ailleursim Übrigen
- en revanchedagegen
- autrement ditmit anderen Worten
- somme toutealles in allem
- quoi qu'il en soitwie dem auch sei
| Französisch | Übersetzung | |
|---|---|---|
coûter les yeux de la tête | ein Vermögen kosten | |
il pleut des cordes | es schüttet wie aus Eimern | |
poser un lapin à qn | jemanden versetzen | |
avoir le cafard | bedrückt sein, Trübsal blasen | |
tomber dans les pommes | in Ohnmacht fallen | |
chercher midi à quatorze heures | unnötig kompliziert machen | |
ne pas y aller par quatre chemins | gleich zur Sache kommen | |
mettre les pieds dans le plat | ins Fettnäpfchen treten | |
avoir un poil dans la main | stinkfaul sein | |
la moutarde me monte au nez | ich werde langsam wütend | |
une automobile (f.) | une voiture (f.) | |
une demeure (f.) | une maison (f.) | |
un repas (m.) | le dîner (m.) | |
dérober | voler | |
être fatigué | être crevé | |
s'enfuir | partir vite | |
comprendre | comprendre | |
de l'argent (m.) | de l'argent (m.) | |
un travail (m.) | le boulot (m.) | |
un policier (m.) | un policier (m.) | |
un char (m.) | Quebec | |
une blonde (f.) | Quebec | |
un chum (m.) | Quebec | |
un dépanneur (m.) | Quebec | |
magasiner | Quebec | |
tantôt | Quebec | |
septante | Belgien, Schweiz | |
nonante | Belgien, Schweiz | |
huitante | Teile der Schweiz | |
une drache (f.) | Belgien | |
un GSM (m.) | Belgien | |
une aubette (f.) | Belgien | |
un natel (m.) | Schweiz | |
un cornet (m.) | Schweiz | |
un fœhn (m.) | Schweiz | |
une action (f.) | Schweiz | |
une essencerie (f.) | Afrika | |
un boucantier (m.) | Afrika | |
un tablier (m.) | Afrika | |
gâter | Afrika | |
en effet | Bestätigung, „in der Tat" | |
certes | Zugeständnis, „gewiss, aber…" | |
toutefois / néanmoins | jedoch (formell) | |
par ailleurs | im Übrigen | |
en revanche | dagegen | |
autrement dit | mit anderen Worten | |
somme toute | alles in allem | |
quoi qu'il en soit | wie dem auch sei |
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🔊 ÜbungenÖffnet die Übungsantworten in der externen App — mit Audio und Wort-für-Wort-Analyse.Übung 1. Register — in drei Stufen übersetzen
Du bekommst einen neutralen Satz. Liefere soutenu- und familier-Äquivalente.
Übung 2. Regionen — woher stammt das?
Identifiziere Land/Region:
Übung 3. Komplexe Synthese — bau den Satz
Übersetze ins Französische und stapele Tempora und Modi. Die Klammern geben dir das Gerüst.
Übung 4. Idiome — finde das deutsche Äquivalent
Übung 5. Stilistische Transformation
Schreib den formellen Text ins neutrale Register um und den umgangssprachlichen Text ebenfalls ins neutrale Register.
Text 1 (soutenu) — schreib in courant um:
Il convient de souligner que la situation économique actuelle, bien qu'elle soit préoccupante, n'est nullement désespérée. Il importe néanmoins que des mesures soient prises sans tarder.
Text 2 (familier) — schreib in courant um:
Bon, écoute, j'te raconte pas le bordel hier soir. Y'avait un mec complètement bourré qui gueulait dans la rue, et les flics ont mis trois plombes à se ramener. Du coup, j'ai pas pu pioncer.
Offene Übung — keine automatische Prüfung. Sag die Antworten laut und mach weiter.
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Hörtexte
Drei Textvarianten pro Lektion. In glottos.com öffnen für synchrone Audiowiedergabe.
Text AText zu Lektion 50: Stilbeherrschung und frankophone Varianten🔊 Audio-Praxis ↗
- Le français est parlé sur cinq continents.
- En France, on dit « voiture » ; au Québec aussi, mais souvent « char » en familier.
- En Belgique, on dit « septante » pour soixante-dix.
- En Suisse, on dit aussi « septante » et « nonante ».
- Dans certains cantons suisses, 80 se dit « huitante ».
- En France, on dit « soixante-dix » et « quatre-vingt-dix ».
- Au Québec, le déjeuner est le repas du matin.
- En France, le déjeuner est le repas de midi.
- En Afrique francophone, le français est langue de travail.
- Au Sénégal, beaucoup de gens parlent aussi le wolof.
- Le français du Québec a son propre accent et son histoire.
- Les Québécois tutoient plus facilement que les Français.
- En France, on vouvoie souvent au travail.
- Au Québec, on dit « bonjour » pour dire au revoir aussi.
- En Belgique, « s'il vous plaît » sert aussi quand on tend un objet.
- « Avoir le cafard » veut dire être triste.
- « Coûter les yeux de la tête » veut dire être très cher.
- « Il pleut des cordes » veut dire qu'il pleut très fort.
- « Tomber dans les pommes » veut dire s'évanouir.
- « Poser un lapin » veut dire ne pas venir à un rendez-vous.
- En registre familier, on dit « bouquin » pour livre.
- En registre soutenu, on dit « ouvrage » ou « volume ».
- En courant on dit « voiture », en familier « bagnole ».
- Pour « manger », en familier on dit « bouffer ».
- Pour « travailler », en familier on dit « bosser ».
- Le français évolue différemment selon les pays.
- Chaque région a ses propres expressions.
- Comprendre le registre, c'est comprendre la culture.
- Un mot peut être poli ici et grossier ailleurs.
- Bien parler, c'est choisir le bon mot au bon moment.
Text BText zu Lektion 50: Stilbeherrschung und frankophone Varianten🔊 Audio-Praxis ↗
- Ce matin, je me suis levé tôt et j'ai pris mon petit-déjeuner. (courant)
- Ce matin, je me suis levé à l'aube et je me suis restauré. (soutenu)
- Ce matin, j'me suis levé super tôt et j'ai bouffé un croissant. (familier)
- J'ai conduit ma voiture jusqu'au bureau. (courant)
- J'ai pris mon automobile pour me rendre à mon lieu de travail. (soutenu)
- J'ai pris ma bagnole pour aller au taf. (familier)
- Au travail, mon collègue m'a dit qu'il était fatigué. (courant)
- Mon collègue m'a confié qu'il se trouvait dans un état de grande lassitude. (soutenu)
- Mon pote au taf m'a balancé qu'il était complètement lessivé. (familier)
- À midi, j'ai mangé un sandwich avec mes amis. (courant)
- À l'heure du déjeuner, j'ai pris un repas léger en compagnie d'amis. (soutenu)
- À midi, j'ai grignoté un truc avec mes potes. (familier)
- L'après-midi, j'ai travaillé sur un projet difficile. (courant)
- Durant l'après-midi, je me suis attelé à un dossier ardu. (soutenu)
- L'aprèm, j'ai bossé sur un truc galère. (familier)
- Il pleuvait des cordes quand je suis sorti. (idiome)
- Une averse considérable s'abattait sur la ville. (soutenu)
- Ça flottait grave dehors. (familier)
- Je n'avais pas d'argent pour prendre un taxi. (courant)
- Je ne disposais pas des moyens nécessaires pour héler un taxi. (soutenu)
- J'avais plus un rond pour payer un taxi. (familier)
- J'ai compris que je devais rentrer à pied. (courant)
- J'ai saisi qu'il me faudrait regagner mon domicile à pied. (soutenu)
- J'ai pigé que j'allais devoir rentrer à pinces. (familier)
- Le soir, j'ai dîné chez moi tranquillement. (courant)
- Le soir venu, j'ai pris mon repas du soir dans le calme. (soutenu)
- Le soir, j'ai bouffé pépère devant la télé. (familier)
- Avant de dormir, j'ai lu un livre. (courant)
- Avant de m'endormir, j'ai parcouru un ouvrage. (soutenu)
- Avant de pioncer, j'ai feuilleté un bouquin. (familier)
Text CText zu Lektion 50: Stilbeherrschung und frankophone Varianten🔊 Audio-Praxis ↗
- À Montréal, mon chum m'a invité à souper chez sa blonde tantôt.
- — T'as ton char ? — Ouais, j'l'ai stationné devant le dépanneur.
- En fin de semaine, on va magasiner au centre-ville.
- J'me suis acheté une liqueur et un sac de chips au dépanneur.
- — Merci ! — Bienvenue ! (Quebec : merci → bienvenue)
- À Bruxelles, il drache depuis ce matin ; prends ton GSM et un parapluie.
- — Septante-cinq euros, s'il vous plaît, madame.
- J'attends le bus sous l'aubette parce qu'il pleut.
- Ce midi, on dîne ensemble, et ce soir, on soupe chez mes parents.
- — Une fois, tu sais, c'est typiquement belge comme tournure.
- À Genève, j'ai trouvé ce manteau en action au grand magasin.
- — Merci beaucoup ! — Service ! (Suisse : la réponse à merci)
- J'ai oublié mon natel à la maison, je ne peux pas t'appeler.
- Passe-moi un cornet pour ranger les courses, s'il te plaît.
- Le matin, j'utilise mon fœhn pour me sécher les cheveux.
- À Dakar, je m'arrête à l'essencerie avant d'aller au marché.
- Ce boucantier, là, il aime trop frimer avec sa nouvelle voiture.
- Mon petit frère a gâté son téléphone hier en le faisant tomber.
- À Abidjan, les jeunes disent « on va enjailler » pour dire « on va s'amuser ».
- Il est fort en maths, ce petit, vraiment trop fort.
- Le tablier devant l'école vend des arachides et des bananes.
- Quoi qu'il en soit, le français reste une langue partagée.
- Bien que les accents varient, on se comprend toujours.
- En effet, la francophonie, c'est cinq continents.
- Par ailleurs, l'Afrique deviendra bientôt le cœur démographique de la langue.
- Certes, il y a des différences, mais la grammaire reste la même.
- En revanche, le vocabulaire change beaucoup d'un pays à l'autre.
- Autrement dit, il faut savoir écouter avant de parler.
- Somme toute, parler français, c'est habiter plusieurs mondes à la fois.
- Quelle que soit votre région, soyez les bienvenus dans la francophonie.
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Mundtraining
Kernprinzip: 95 % Mundtraining. Lies jede Zeile laut. Nicht nur hinschauen — sprechen.
Sprachmatrix: eine Bedeutung, drei Register
Lass jede Wendung durch drei Register laufen. Das ist der C1-Test.
Beispiel: „Ich bin völlig erledigt"
| Register | Äußerung |
|---|---|
| Soutenu | Je suis épuisé. / Je me trouve dans un état de grande fatigue. |
| Courant | Je suis fatigué. / Je suis crevé. |
| Familier | Je suis lessivé. / Chuis HS. / J'en peux plus. |
Beispiel: „Ich bin pleite"
| Register | Äußerung |
|---|---|
| Soutenu | Je ne dispose pas de moyens financiers suffisants. |
| Courant | Je n'ai pas d'argent. |
| Familier | J'ai plus un rond. / J'suis fauché. |
Beispiel: „Das ist echt teuer"
| Register | Äußerung |
|---|---|
| Soutenu | Cela représente une somme considérable. |
| Courant | C'est très cher. |
| Familier | Ça coûte la peau des fesses. / Ça coûte un bras. |
DAS C1-PRINZIP:
Nicht „mehr wissen" — alles gleichzeitig kombinieren.
Tempus + Modus + Aspekt + Register + das exakt richtige Wort.
DREI REGISTER (immer durchschalten):
soutenu — Literatur, formelle Rede (automobile, dérober, je souhaiterais)
courant — neutral (voiture, voler, je voudrais)
familier — Freunde, SMS (bagnole, piquer, j'veux)
TEMPORA STAPELN (das Skelett):
Si + plus-que-parfait → conditionnel passé (hätte ich gewusst, hätte ich…)
Bien que + subjonctif → indicatif (obwohl…, trotzdem…)
Indirekte Rede: présent→imparfait, futur→conditionnel, PC→PQP
Journalistischer Conditionnel: „aurait fait" = „soll … haben"
FRANKOPHONE VARIATION:
FRANKREICH: soixante-dix, quatre-vingts, quatre-vingt-dix
BEL./SCHWEIZ: septante, huitante (CH), nonante
QUEBEC: char, blonde, chum, dépanneur, fin de semaine,
courriel, magasiner, tantôt, souper=Abendessen
BELGIEN: drache, GSM, chicon, aubette
SCHWEIZ: natel, cornet, fœhn, en action, service!
AFRIKA: essencerie, boucantier, greffier, tablier,
gâter, deuxième bureau, enjailler
Tu/vous: im Zweifel → vous. Runterschalten ist immer möglich;
hochschalten danach ist peinlich.
WICHTIGE IDIOME:
coûter les yeux de la tête — ein Vermögen kosten
il pleut des cordes — wie aus Eimern schütten
poser un lapin — versetzen
avoir le cafard — Trübsal blasen
tomber dans les pommes — in Ohnmacht fallen
chercher midi à quatorze heures — Dinge unnötig kompliziert machen
mettre les pieds dans le plat — ins Fettnäpfchen treten
ne pas y aller par quatre chemins — gleich zur Sache kommen
DISKURSMARKER:
en effet, certes, toutefois, par ailleurs, en revanche,
autrement dit, somme toute, quoi qu'il en soit
DER C1-TEST:
Nimm einen Satz → schreib ihn in drei Register.
Kam er ohne Anstrengung heraus? Du bist C1.